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Jeder Hundemensch hat seine guten Gründe, warum er seinen Hund zu sich genommen hat und mit ihm sein Leben teilen möchte.

Vielleicht.. wenn Mensch im Winter nachts wegen seines Durchfall-kranken Hundes das warme Bett verlassen und in Eiseskälte einen unfreiwilligen Mitternachts-Spaziergang unternehmen muss, vielleicht auch wenn sein regennasser Hund auf dem gerade gewischten Parkettboden seine Pfotenspuren hinterlässt oder - noch schlimmer - in das frisch bezogene Bett springt und sich darin trocken wälzt... vielleicht sind es diese kurzen Momente, in denen Mensch sich für ein paar Sekunden fragen könnte, warum er sich DAS alles nur "antut".
Immer aber wird dann ein Blick in das Gesicht seines Hundefreundes ausreichen, um gleich wieder zu wissen, weshalb Mensch sich ein Leben ohne Hund einfach nicht vorstellen mag.

Menschen, die Hunde zwar mögen, aber nie einen eigenen Hund in ihr Leben lassen würden, beginnen zu argumentieren.
Mit Hund bist Du gebunden, Du schränkst freiwillig Deine Freiheit ein, nicht für ein paar Tage oder Wochen, sondern für ein ganzes Hundeleben.
Viele Reiseziele, das berühmte Last-Minute-Angebot am Flughafen... all das wird Dir entgehen.
Der spontane Restaurantbesuch oder Einkaufsbummel nach dem Büro... alles nicht möglich, weil ein Hund auf Dich wartet.
Willst Du Deinen Hund mit ins Theater nehmen und magst Du auch keine Kinobesuche?
Und wenn Du doch mal weggehst, willst Du Dir freiwillig ein schlechtes Gewissen machen, weil Du weißt, dass Dein Hund gerade jetzt bei Dir sein möchte?
Von den Kosten ganz zu schweigen... für Steuer, Versicherung, Zubehör und Pflegemittel, regelmäßig musst Du das einplanen und dabei hat Dein Hund noch keinen Happen gegessen und ist auch nicht krank, denn dann müsstest Du noch die Tierarztrechnungen dazu rechnen.
Selbst wenn ein Hund bei Krankheit vielleicht mal keine teuren Medikamente oder Arztbesuche braucht, willst Du ihn krank allein lassen, wie viele Urlaubstage planst Du dafür ein?
Hast Du daran gedacht, dass Du überall in Deiner Wohnung Hundehaare finden wirst und nicht nur da... Deine Hosen, Kleider und Mäntel werden voll damit sein.
Wie viel Zeit hast Du zuviel, willst Du sie mit Hundebürsten, -kämmen oder -baden verbringen und nebenher noch mit ihm spielen, ihn erziehen?
Willst Du tatsächlich bei Wind und Wetter und immer direkt nach der Arbeit mit dem Hund laufen?
Ist Dir eigentlich klar, dass viele Menschen keine Hunde mögen, dass Du oft mit Leine unterwegs sein wirst, dass manche "armen Geister" froh sein werden, an Dir ihre Wut auslassen zu können? Ich sehe Dich schon mit Plastikbeuteln hinter ihm hersammeln und diese "unsagbaren" Beutel bis zum nächsten Mülleimer herumtragen.

Nein... werden einige sagen, ich mag Hunde, klar... sie sind lieb und nett, aber all das auf mich nehmen... ?
Es laufen so viele Hunde rum, die ich ansehen und vielleicht auch streicheln kann. Wenn ich wollte, würde ich auch mal für einen Nachbarn einen Spaziergang mit seinem Hund übernehmen, aber einen eigenen?
Die ganze Verantwortung, die Einschränkungen, die Kosten, die Zeit?
Ich verspreche Dir, wenn so ein Hund erst ein paar Tage bei Dir ist, wirst Du ihm mit Haut und Haaren verfallen sein.
Du wirst zu denen gehören, die in ihrem Hund eine Art Menschen sehen, die sich Sorgen wie um einen Menschen machen, wenn es ihm nicht gut geht.
Weißt Du eigentlich wie kurz so ein Hundeleben ist? Du wirst ihn alt und krank werden sehen und wenn er Dich für immer verlässt, wirst Du trauern wie um einen Menschen, Du wirst leiden "wie ein Hund"!
Ein Hund ist und bleibt eine Belastung... ein eigener Hund wäre nichts für mich, überlege es Dir gut, denn nur "der erste Schritt ist frei"!

Eigentlich sehr schade, dass solch ein Zweifler sich nicht auf ein Leben mit Hund einlassen mag. Er wäre ein sehr verantwortungsbewusster Hundehalter, einer, der einen Hund niemals anschaffen würde, weil es Mode ist und ihn auch dann nicht austauscht, wenn er un-modern oder alt geworden ist. Auch einer, der sich der Verantwortung mit allen Konsequenzen bewusst ist und der die berechtigten Ansprüche eines Hunde respektiert.

Aber für ihn überwiegen die Zweifel und all das was Hundemenschen empfinden, was schwerer wiegt als sachliche Argumente, bleibt ihm verborgen.
Für die wenigsten Menschen entspringt der Hundekauf einer rationalen Überlegung, die wenigsten "brauchen" einen Hund, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, als Helfer bei einer Behinderung oder um ihr Haus und ihren Hof zu bewachen.
Die wohl bedachten und auch richtigen Argumente wiegen schwer in der einen Waagschale und trotzdem muss es kein Ungleichgewicht geben, denn es kann aufgewogen werden von all dem was ein Hund seinem Menschen schenkt.