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Nach der Registrierung in einem Forum wird jedes Neumitglied erstaunt sein, welche Themen und Rubriken in der Forenübersicht auftauchen, viele Bereiche, die ein Gast gar nicht sehen kann, stehen auf einmal auf der Startseite des Forums.

Als eine der ersten Aktivitäten wird von einem Neumitglied erwartet - teilweise werden hierfür in den Forenregeln sogar Fristen gesetzt-, dass er/sie sich den anderen Usern vorstellt.

Vergleicht man ein Forum mit einem Stammtisch, dann ist klar, dass ein "Neuer" die anderen freundlich ansehen, lächeln und sich vorstellen wird.
Einfach gruß- und wortlos wird sich keiner an einen Stammtisch setzen.
Hierfür wird man ein Thema im Vorstellungsbereich eröffnen und den anderen Mitgliedern kurz erzählen, wer man ist und weshalb man sich gerade in diesem Forum aktiv beteiligen möchte.

In den meisten Foren werden die anderen User antworten und den Neuling begrüßen, es gibt Foren, in denen auf diese Vorstellung mit einer einzelnen Team-Antwort erwidert wird.
Die Antworten können ganz unterschiedlich ausfallen, einige greifen etwas aus dem Vorstellungstext auf, gehen darauf ein und wünschen dem Neuen viel Spaß im Forum.
Andere beschränken sich auf eine knappe Begrüßungsformel wie etwa "Herzlich Willkommen und viel Spaß beim Schreiben und Lesen in diesem schönen Forum" oder ähnliche Sätze.
Das eine wie das andere wird der Neuling als freundlich empfinden, schließlich "spricht" man ja mit ihm.

Auch bei einem Stammtisch wird es so sein, dass teilweise individuell und persönlich geantwortet wird und manchmal eben die Erwiderung sich auf ein freundliches "Guten Abend" und "Willkommen" beschränkt... schließlich kennt man sich ja noch nicht wirklich und es sind im richtigen und auch im virtuellen Leben eines Forums diese typischen allgemeinen Höflichkeitsfloskeln, die den menschlichen Umgang miteinander erleichtern.

Wenn ein Neuling also am Stammtisch Platz genommen hat, wird die "normale Unterhaltung" der Stammtischbrüder fortgesetzt.
Allerdings werden gewisse Themen automatisch ausgeklammert, weil sie eine besondere Vertrautheit voraussetzen und man einen noch Unbekannten verständlicher Weise nicht gleich hinter die "persönlichen Kulissen" schauen lassen möchte.

So wie im richtigen Leben auch - wird ein Forums-Neuling erst nach und nach in die Gemeinschaft eines Forums hineinwachsen und erst allmählich in den Kreis der Insider und Vertrauten aufgenommen werden.

Ein Mensch, der noch nie etwas mit einem Internetforum zu tun hatte, wird sich fragen, wie sich das in einem Forum bewerkstelligen lassen soll.
Das ist ganz einfach, wird in einigen Foren praktiziert - auch wenn sie es auf den ersten Blick meist nicht erkennen lassen.

Es gibt neben den vielen verschiedenen Themenbereichen und Rubriken, die jedes Mitglied in der Forenübersicht sehen kann, in einigen Foren noch weitere "versteckte Bereiche", die nur für einen Teil der Mitglieder sichtbar und zugänglich sind.
So wie ein Mitglied mehr Themen in der Übersicht sehen kann als ein Gast, sehen eben die Mitglieder, die zum "harten Kern" gehören, in manchen Foren noch mehr Themen und Bereiche als andere, normale oder neue Mitglieder.

Als ich zum ersten Mal in einem Forum registriert war, es war ein Tierschutzforum, wusste ich von dieser möglichen Unterteilung nichts. In einer hitzigen Streitdiskussion wurde dort von einem sog. 'Pflegestellenforum' gesprochen und mir wurde auf Nachfrage von den Verantwortlichen erklärt, dass dies ein besonders geschützter Bereich sei, der persönliche Daten usw. enthalte und deshalb nur für einen begrenzten Mitgliederkreis offen sein könne - nämlich für die Mitglieder, die eine Pflegestelle bieten.

Allerdings wurde im weiteren Verlauf der Streitdiskussion ein Zitat aus dem Unterforum gebracht, welches anschaulich demonstrierte, wie in diesem versteckten Bereich de facto nicht nur Details und Pflegestelleninterna ausgetauscht wurden, sondern kontroverse Unterhaltungen aus dem allgemeinen Forum parallel weiter diskutiert wurden.
Einige "normale" Mitglieder, die gar nicht als Pflegestelle aktiv waren, schienen besonders privilegiert und darum eingeladen zu sein, bei dieser "Überdiskussion im Unterforum" mitzumachen.

Wenn eine größere Zahl Menschen sich in einem Forum versammelt und unterhält, ist klar und menschlich, dass einzelne Menschen zu zweit oder in kleineren Gruppen Unterhaltungen aus dem Forum weiter vertiefen und ein Thema "unter sich" und privat weiter diskutieren.
Ich hatte mir vorgestellt, dass es in einem Forum per Privatnachricht, vielleicht per Mail oder auch am Telefon gemacht wird.
Dass aber von einem Forenbetreiber eigens eine Plattform für einen "erlauchten Kreis" geschaffen wird, in dem eine Paralleldiskussion stattfinden kann, dürfte jeder "normale" User bei zukünftigen Diskussionen immer im Hinterkopf behalten und seinen Blick auf das Forum etwas ernüchtern lassen.

Man denke sich den Stammtisch, der für die große Runde Platz bietet und der zwischenzeitlich von einzelnen oder auch vielen Stammtisch-Mitgliedern verlassen wird, weil sie sich "organisiert" für ein anderes oder tiefergehendes Gespräch an einem Nebentisch versammeln, um nach einer Weile wieder an den großen Tisch zurück zu kehren.
Wer möchte schon gerne bei einem Stammtisch mitmachen, bei dem er immer am gleichen Platz bleiben muss und zwischenzeitlich vielleicht sogar ganz allein am Tisch sitzt?

Für mich war dies jedenfalls ein "Unding". Es fehlte in meinen Augen ein Mindestmaß an Transparenz und damit auch an Fairness. Jedes Mitglied eines Forums sollte schon wissen, welche Bereiche in dem Forum überhaupt existieren und dann auch, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, um in den Kreis der "versteckte-Foren-User" aufgenommen werden zu können.
Eigentlich sollten diese Voraussetzungen in Regeln festgehalten werden, die für jeden erkenn- und lesbar sind. Solange diese Regeln nicht vorhanden sind, wird die Entscheidung über die Aufnahme im Ermessen der "Exclusiv-Mitglieder" vielleicht auch nur des Forenbetreibers liegen und bei dem einen User so und bei dem anderen User dann ganz anders gehandhabt.

Das ist bis zu einer gewissen Grenze verständlich und ohnehin hat niemand Anspruch darauf, als Mitglied in ein Forum aufgenommen zu werden, aber eigentlich sollte jeder schon irgendwie wissen dürfen "woran er ist".
Wenn es in den Unterforen um private Themen geht, die nur diejenigen miteinander austauschen, die sich lange und sehr gut kennen, auch besonders vertraut miteinander sind, wird jeder für eine "Zulassung per interner Abstimmung" Verständnis aufbringen.
Es ist auch klar, dass jedes Forum mit Sicherheit über ein geschlossenes Moderatoren-Unterforum verfügt.
Ich bin einige Zeit Moderatorin in einem Forum gewesen und aus dieser Zeit weiß ich, dass der Hauptzweck des Moderatorenbereichs tatsächlich in der Klärung von Fragen zum Forum besteht. Ich weiß aber auch, dass sich allgemeine Diskussionen immer und restlos nie ausschließen lassen werden.
Tatsächlich schreiben jedoch in solch einem Moderatorenbereich in der Regel auch nur Mitglieder des Teams und ein einzelner normaler User kann sich dadurch eigentlich nicht ausgeschlossen oder ausgegrenzt fühlen.
Anders sieht es aber aus und dafür werden "normale" Mitglieder weniger Verständnis aufbringen, wenn es in den versteckten Unterforen um allgemein interessante Inhalte geht, wenn tatsächlich eine separate Plattform offiziell eingerichtet wurde und einzelne oder auch mehr Mitglieder eingeladen sind, "Überdiskussionen in Unterforen" zu führen.

Wenn man als Neuling in einem Forum in der Übersicht eine große Zahl anwesender Mitglieder sieht, aber in den sichtbaren Rubriken kein einziges Mitglied entdeckt, wird man in der Regel davon ausgehen können, dass diese Mitglieder - zumindest ein Teil von ihnen - sich gerade in "versteckten Foren" tummelt.
Wenn dann für einen Neuling auch noch die berühmt-berüchtigte "Wer ist wo?" -Übersicht nicht einsehbar ist, sondern ein Klick auf die Schaltfläche nur zu der Information "Du bist nicht angemeldet" oder "Dir fehlt die Berechtigung" führt, kann die Phantasie anfangen, kleine Blüten zu treiben, denn dann steckt nämlich offensichtlich "ein System" dahinter.....

In allen Foren wird mehr oder minder exzessiv mit Zahlen und Statistik „gespielt“.

Beliebt ist zum Beispiel die Anzeige der User mit den meisten Beiträgen. Ob die Beiträge nun inhaltlich "etwas" enthalten oder der User nur besonders fleißig alle Neumitglieder mit einem einzelnen Satz begrüßt, ist dann erkennbar, falls nur die Beiträge aus den "Sachrubriken" summiert werden, die aus dem Plauderbereichen aber "unter den Tisch fallen“. 
Ein Neuling in Sachen Forum wird überrascht erleben, dass einige User tatsächlich gesteigerten Wert darauf legen, in der Liste der „Top-Ten“ der Vielschreiber genannt zu werden und - ganz wichtig - auch genannt zu bleiben.
Diese Mitglieder sind es dann auch, die regelmäßig entsetzt aufschreien, wenn bei „Reinigungs- und Aufräumaktionen“ zum Beispiel alte „Geburtstagsthreads“ gelöscht werden.
Das Löschen von Gratulationsthemen aus zwei Monaten kann dann nämlich schon einmal dazu führen, dass die Gesamtzahl der Beiträge eines Mitglieds schrumpft, womöglich gar soweit, dass man in der Rangliste der Vielschreiber hinter ein anderes Mitglied zurück fällt.
Einziger Trost für diese Menschen kann dann nur sein, dass ein bleibender Schaden nicht wirklich entstanden ist. Schnell ein paar Begrüßungssätze und ein paar „ach wie ist der niedlich“- Rufe im Hunde-Vorstellungsbereich geschrieben und schon dürfte auch für diese Forumsschreiber die Welt wieder in Ordnung sein. 

Diese Gedanken klingen sehr kritisch, sie sind aber nicht unbedingt nur negativ, schließlich gehört zu einem funktionierenden Forenleben auch ein gewisses Maß an Small-Talk.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Vielschreiber oft stark hervorgehoben und gelobt werden, muss jedoch - so denke ich - auch an die Forenmitglieder erinnert werden, die vielleicht nicht die große Zahl an Beiträgen verfassen, die es aber schaffen, trotzdem öfter wichtige und interessante Inhalte mitzuteilen. Mit anderen Worten... es sind nicht unbedingt resp. nicht nur die Top-Ten der Vielschreiber, die man als "Säulen eines Forums" bezeichnen könnte.
Diese Überlegungen müssten bei einer möglichen Entscheidung über die Zulassung zu einem "internen Bereich" berücksichtigt werden, so sollte - denke ich - in den Regeln nicht nur die Beitragszahl, sondern auch die Dauer der Zugehörigkeit zum Forum als Kriterium festgelegt werden. Wenn man denn tatsächlich einen Bereich als besonders schützenswert festlegen und den Zutritt an Bedingungen koppeln will, dann kann es eigentlich nicht sein, dass sich jemand, der schnell und dabei vielleicht "ohne viel Inhalt" eine große Zahl an Beiträgen schreibt, eher aufgenommen wird als andere.

Angezeigt werden im Übersichtsbereich auch die Zahl der Mitglieder und der Zeitpunkt an dem die meisten Gäste im Forum waren (wenn sich alle Suchmaschinen treffen, kann das dann auch in kleinen Foren schon mal in die Tausende gehen). Es werden die Zahl der Gesamtbeiträge und Threads und dann auch der Durchschnitt der "Beiträge pro Tag" angezeigt.

Ganz bunte Bilder wird die Phantasie bei dem "Neuling" hervorbringen, wenn auf der Startseite die Anzeige der Beitragsanzahl sprunghaft ansteigt, obwohl in den einsehbaren Bereiche nur einzelne oder gar keine neuen Beiträge erscheinen.

Wenn nach einiger Zeit erkennbar ist, dass die gemittelte Zahl der Tagesbeiträge um ein Vielfaches über den "sichtbaren Tagesbeiträgen" liegt....dann kann sich der Neue eigentlich ziemlich sicher sein, dass sich das "wirkliche Leben" dieses Forums in Bereichen abspielt, die schlicht und einfach für ihn und vielleicht noch weitere registrierte User "versteckt" sind.

Auch wenn ein Mitglied - wie gesagt - keinen Anspruch hat, kann es eigentlich nur enttäuschend sein, sich zu registrieren, Regeln anzuerkennen und auch persönliche Daten bei der Anmeldung anzugeben, in Wirklichkeit dann aber doch kein "richtiges" Mitglied zu werden.

Ich habe öfter in Gesprächen zu diesem Thema angeregt, dass man doch alle Bereiche eines Forums in die Übersicht stellen möge und dass man die einzelnen Rubriken - wenn denn überhaupt ein User keine Berechtigung zur Nutzung haben sollte - klar erkennbar mit einem Symbol (zum Beispiel einem 'Schloss') kennzeichnen sollte.
Dieser Vorschlag wurde kritisiert, warum... ich habe es nie verstanden.
Es gibt so viele sichere Anzeichen, die auf versteckte Foren hindeuten - wenn denn ein Forum überhaupt über solche Bereiche außer dem Moderatoren-Forum verfügt-, dass diese Art der Anzeige eigentlich doch nur ein Spielen mit "offenen Karten" wäre.
Ein Mensch, der ohnehin schon weiß, dass er nicht überall Zutritt hat, fühlt sich doch nicht mehr ausgeschlossen, nur weil er eine verschlossene Tür auch tatsächlich sieht.
Wenn er sie sehen könnte, hätte er wenigstens nicht das Gefühl einer "Geheimniskrämerei", denn nichts anderes ist es, wenn man etwas vor einem erwachsenen Menschen versteckt.

Es wird wohl das Misstrauen der Mitglieder und/oder des Forumsbetreibers sein, einen "Neuen" in einige Bereich nicht einzuladen, und genau das wird garantiert das Misstrauen des Neulings wecken, wenn diese Bereiche für ihn nicht nur verboten, sondern auch noch vor ihm verborgen werden.
Eine etwas "eigenwillige" und gewöhnungsbedürftige Basis für offenen und fairen Gedankenaustausch, den sich die meisten Menschen in einem Forum doch immer noch wünschen.  

Es bleibt dann dem jeweiligen Interesse am Forum oder auch der Konfliktbereitschaft des Einzelnen überlassen, ob er diese "unglückliche Situation" an entsprechender Stelle thematisiert und eine Klärung herbeiführt oder ob er sich zurück lehnt, keine unerfreulichen Diskussionen starten mag und einfach "dann und wann" mal etwas schreibt oder eben auch nicht und sich ansonsten seinen Teil zu diesem Spielchen denkt... "Was soll's"?!

Irgendwann - bei dem einen kommt die Erkenntnis früher und bei dem anderen eben etwas später - wird man sich dann meist aber doch "auf immer" verabschieden und sich löschen lassen in "solch ganz speziellem Forum" und bei sich denken:
Spielt Euer Spielchen ab jetzt ohne mich weiter!