Willkommen
Hund & Mensch
Gesundheit
Allergie
Bauch-oder-Rücken
Entwurmen
"Erb"Krankheiten
Geschirr
Grannen
Cavalier-Herz
Impfung
Labor heilt
Syringomyelie
Tierarzt
Zahnwechsel
Verhalten
Zucht
Dortmunder Appell
Tierschutzgesetz
Schwarzbuch Hund
Unsere Stimmen für den Hund
Interessantes
CKC-Spaniel
CKCS-Geschichte(n)
Meine Hunde
Karin
Gedichte
Links & Infos
"Mitreden"
Gästebuch
Forum
Was ist neu?
Impressum/Discl.
   
 


All die Jahre hatte Jasper "immer mal" wieder Bauchschmerzen.

Zwischen dem Auftreten konnten Tage, manchmal auch Wochen ohne irgendwelche Besonderheiten vergehen.
Meist hörte ich an solchen Tagen morgens ein lautes Grummeln und Gurgeln aus seinem Bauch. An diesen Tagen zeigte Jasper auch ein anderes Verhalten. Er, der „Morgenmuffel“ und Langschläfer war an solchen „Schmerztagen“ schon vor mir wach, hatte das Bett verlassen und sich auf den Flur oder unter einen Küchenstuhl „geflüchtet“, absolut atypisch für einen Hund, für den ein Tag sonst mit einer längeren Schmuserei beginnen muss.

Oft liest man von anderen Hunden, dass sie bei vergleichbaren Symptomen wild darauf sind, Gras zu fressen oder sich übergeben... das traf bei Jasper nicht zu.
 
Nach der Morgenrunde, die er auch – anders als sonst – nur widerwillig mitmachte, ist er nicht wie üblich gleich in die Küche gelaufen und hat "um sein Frühstück gebellt", sondern legte sich direkt neben der Wohnungstür auf die Garderobe … den Kopf ganz fest auf seine Pfoten gepresst.
Er reagierte dann auch nicht wie sonst mit Schwanzwedeln oder seinem typischen Blick wenn ich ihn angesprochen habe.
An solchen Tagen wollte er - zumindest morgens - nichts fressen. Oft wenn eine hörbare „Grummelwelle“ durch den Bauch gezogen war, ist Jasper aufgesprungen und in geduckter Haltung mit einem weinenden „Bellgeschrei“, unter dem nächstgelegenen Stuhl verschwunden.
Er zeigte Schmerz und Schreck zugleich, manchmal suchte er meine Nähe und hat sich seinen Bauch und angespannten Rücken leicht massieren und streicheln lassen, meist wollte er aber Abstand und sich unter einem Tisch oder Stuhl verkriechen.
 
Als Mittel habe ich ihm auf tierärztlichen Rat Nux Vomica oder auch manchmal Buscopan gegeben… dadurch, teilweise aber auch „von selber“, war alles meist nach ein paar Stunden vorbei.

Aus dem „anderen“ Hund war nach ein paar Stunden – so als habe man einen Schalter umgelegt – wieder der normale gutgelaunte und fröhliche Jasper geworden, der manchmal nervend bellt, weil er sein Essen haben möchte.

Eigentlich traten diese „Anfälle“ schon von Anfang an – bereits ein paar Wochen nach seinem Einzug bei mir – auf. Jedes Mal wenn ich mit ihm den Tierarzt oder die Tierklinik aufgesucht hatte, weil es mir besonders schlimm erschien, wurde ihm ein krampflösendes Mittel gespritzt und von den Tierärzten darauf hingewiesen, dass Jasper häufiger kleine Mahlzeiten bekommen und der Abstand zwischen den Mahlzeiten nicht zu lang sein sollte.

Eine organische Ursache – im Sinne eines „Leidens“ – wurde, auch weil die Symptome nicht regelmäßig und aus völligem Wohlbefinden auftraten und nach ein paar Stunden wieder verschwanden, immer ausgeschlossen.
Man hielt die ganze Geschichte für eine typische Erscheinung zu langen Nüchtern-Seins und eine dadurch entstandene Magenübersäuerung.
Abhilfe sollte ein Abendbrot oder ein Zwieback als Betthupferl bringen.

Als Jasper einen akuten und mit heftigen Koliken verbundenen Magen-Darm-Infekt hatte, erfolgten Ultraschalluntersuchungen des Abdomens und Laboruntersuchungen von Stuhlproben usw., auch wurden sämtliche Blutwerte bestimmt.
Dabei kam heraus, dass spezielle Blutzellen stark erhöht waren, die – wenn keine Wurminfektion vorliegt - auf ein allergisches Geschehen hindeuten.
 
Im Anschluss machte ich mit Jasper – und irgendwie so ein bisschen auch mit Ceddy – eine achtwöchige Ausschlußdiät, die aus Kartoffeln und Pferdefleisch bestand. Am Ende dieser Zeit ging es Jasper phantastisch und eine Kontrolle bestätigte, dass sich die Blutwerte normalisiert hatten.
Jaspers Ernährung wurde auf ein hypoallergenes Trockenfutter umgestellt und er zeigte in der Folge keinerlei Bauchsymptomatik mehr.  

Nach einigen Monaten traten jedoch Hautprobleme auf. Jasper leckte und kratzte sich am Bauch, an den Flanken und fühlte sich unwohl. Er hatte wiederholt Ohrentzündungen und auch seine Augen waren gerötet.
Unsere Tierärztin führte diverse Untersuchungen durch. Viele Proben von „Hautgeschabsel“ und Abstriche auch aus den Ohren wurden im Labor untersucht und das Ergebnis waren Malassezien und Staphylokokken in erhöhter Zahl.
Also Pilze und Bakterien wie sie physiologsich auf der Haut des Hundes vorkommen und in der Regel keinerlei Probleme machen sollten. Alle denkbaren Parasiten wurden dabei ausgeschlossen, auch zeigte Ceddy keinerlei Hautsymptome.
Eine unzureichende Funktion der Hautbarriere - zum Beispiel wegen einer geschwächten Immunlage, die wir wegen des vor einigen Monaten durchgemachten Bauchinfektes bei Jasper vermuteten - ist häufig Ursache dafür, dass die Haut nicht mit der „natürlichen Keimbesiedelung“ fertig wird.  
Eine Antibiotika-Therapie, unterstützt durch Baden mit Spezialschampoo und Einsalben der betroffenen Hautbereiche, Augen und Ohren, brachte eine deutliche Besserung…. bis dann nach ein paar Monaten die Probleme wieder auftraten.  

Ein zu diesem Zeitpunkt durchgeführter Bluttest ergab, dass Jasper an einer Allergie gegen Hausstaub- und Futtermilben leidet.
Ab sofort bekam Jasper kein Trockenfutter mehr, ich schaffte neue Kunstleder-Hundebetten an und entfernte die alten „Plüsch-Höhlen“, die zwar weich und kuschelig waren, aber gleichzeitig wohl auch ein „Rundum“-Lager für Hausstaubmilben darstellten.
Zusätzlich kaufte ich einen leistungsstarken Staubsauger mit doppelter Filterung, der Hausstaub-Allergikern empfohlen wird, tauschte Bettdecke und Kissen gegen geeignete Allergiker-Bettwaren aus und verwende seitdem Microfaser-Bettwäsche, um ein für Jasper geeignetes (milbenfreies) Schlaf-Klima zu schaffen.  

Um nicht immer bei dem Diätessen – diesmal Kartoffeln, Hühnerfleisch, Möhrchen – bleiben zu müssen, entschlossen die Tierärztin und ich uns dazu, einen „Blut“-Allergietest auf Nahrungsmittel durchzuführen.
 
Die Ergebnisse dieses Testes gelten zum Teil als umstritten. Bei Nahrungsmitteln, die die der Test als Allergieauslöser anzeigt, besteht tatsächlich eine Unverträglichkeit, andererseits bedeutet ein Ergebnis, das für einen Stoff keine Allergie bestätigt, nicht, dass dieses Nahrungsmittel auch wirklich vertragen wird.
Jasper wurde Blut abgenommen und der Test ergab eine Allergie gegen Rind- und Lammfleisch sowie Kauartikel usw., die diese Proteine enthalten.
Für mich war dieses Ergebnis einerseits eine Erleichterung und Aufklärung und andererseits machte es mir auch ein schlechtes Gewissen.

Von Welpenzeit an hatte ich Jasper - auch auf Empfehlung seines Züchters hin - mit Fertigfutter, das Lamm enthielt, gefüttert. Wenn er das nicht bekommen hatte, hatte ich ihm gekochtes Rindergehacktes gegeben, er hatte auch Kauteile aus Rinderhaut oder „Lammhaut-Kauzöpfe“, die er besonders mochte, bekommen.
Jedenfalls habe ich ihm – ob als Nahrung, Leckerlie oder Kauartikel – immer wenigstens einen der allergie-auslösenden Stoffe gegeben.  

Ich hoffe, dass ich durch Vermeidung von Rind und Lamm bei Jasper zukünftig Bauchprobleme verhindern kann und dass ich mit "Putzen" und anderen Maßnahmen Jaspers durch die Milbenallergie ausgelösten Hautprobleme "in den Griff" bekomme.

Ich werde hier weiter - hoffentlich über Jaspers Wohlbefinden - berichten….