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Oktober 2008

Kurz vor Ceddys Einzug hatte ich nach einem neuen Tierarzt gesucht und dabei „unsere Tierärztin“ gefunden, die seitdem Freundin der Hunde, ihre Untersucherin, Therapeutin und mein erster Ansprechpartner bei allen meinen tiermedizinischen Fragen und bei gesundheitlichen Problemen meiner Jungs ist.

Nach einigen Monaten – es war das erste Mal, dass ihr Besuch nicht Ceddys Impfterminen galt, untersuchte sie auch Jasper und "hörte" ihn ab. Dabei stellte sie ein Herznebengeräusch fest und meinte, dass sie das nach ein paar Wochen kontrollieren wolle. Natürlich ist Jasper auch vorher tierärztlich betreut worden, ob das Nebengeräusch neu aufgetreten war oder von dem vorigen Tierarzt nicht festgestellt worden war, kann ich natürlich nicht sagen.

Nach ein paar Wochen machte sie eine auskultatorische Kontrolle und stellte erneut dieses Nebengeräusch fest.
Sie hat mir damals empfohlen, den Befund durch eine Untersuchung mit Ultraschall des Herzens und Dopplersonographie bei einem Kardiologen abklären zu lassen und mich dafür mit Jasper in die Duisburger Tierklinik überwiesen.

Obwohl man Jasper - nach wie vor - gar nichts anmerkt, er ist fit und munter, hat keine Luftnot beim Toben und auch keine anderen Symptome, die eine Herzerkrankung vermuten lassen könnten, bestätigte die kardiologische Untersuchung den Verdacht, den unsere Tierärztin beim "Abhören" geäußert hatte.

Jaspers Mitralklappe zeigt also (er war bei der Erstuntersuchung 5 Jahre alt) Veränderungen und schließt nicht ganz dicht. Dadurch besteht ein Rückfluss des Blutes und das Herz muss eine größere Leistung aufbringen.
Bei der ersten Untersuchung hat der Kardiologe diesen Basisbefund erhoben und hielt eine medikamentöse Behandlung für nicht erforderlich, Studien hatten ergeben, ab welchem Stadium eine Medikamentengabe sinnvoll erscheint.

Bei der Kontrolle nach einem Jahr hatte sich der im Doppler exakt messbare Blut-Rückfluss erhöht, auch die Herzgröße hatte zugenommen und der Druck war ebenfalls gestiegen.

Zu diesem Zeitpunkt legte der Kardiologe fest, dass der 6-jährige Jasper täglich einen ACE-Hemmer bekommen soll. Dadurch soll sein Herz entlastet und verhindert werden, dass Probleme auftreten.  

Übrigens habe ich auch Ceddy beim Kardiologen untersuchen lassen. Als die Tierärztin ihn abgehört hatte, hatte sie einen „Ton“ gehört, den sie als einen „Klick“ bezeichnete, aber nicht als ein „Neben-Geräusch“ beschreiben wollte.
Auch der Kardiologe hörte diesen „Klick“… beruhigte mich aber sofort, weil alle anschließend erhobenen Befunde im Ultraschall und Doppler optimal ausfielen.  

Jaspers nächste Kontrolle beim Kardiologen soll ca. 12 Monate nach der letzten Untersuchung durchgeführt werden.
Ich hoffe, dass bis dahin keine Probleme auftreten, die einen früheren Besuch in der Tierklinik erforderlich machen.
Und natürlich hoffe ich auch, dass die regelmäßige Auskultation durch unsere Tierärztin und dann die Kontrolle in der Tierklinik keine weitere Verschlechterung ergeben.
Ich werde hier weiter über die - hoffentlich nur positive Entwicklung -berichten.

November 2009

Leider ergab die diesjährige Kontrolle beim Kardiologen für Jasper erneut einen schlechteren Befund. Meine Tierärztin hatte mich bereits darauf vorbereitet, weil sie beim Abhören eine Verschlechterung festgestellt hatte.

Jaspers anfängliche Vorhofgröße, die noch vor 3 Jahren bei 31mm lag, hat jedes Jahr um 2mm zugenommen, in diesem Jahr betrug sie 35mm. Im letzten Jahr wurde ein ACE-Hemmer verordnet, jetzt gebe ich Jasper zusätzlich Entwässerungstabletten.

Mit gut einem Jahr hatte ich – wie ich bereits erzählt habe - auch Ceddy vom Kardiologen untersuchen lassen.

Sein Vorhof hatte eine Größe von 25mm. Auch dieses Jahr habe ich Ceddy dem Kardiologen vorgestellt. Völlig unvorbereitet musste ich erfahren, dass innerhalb von elf Monaten die Größe des linken Vorhofs um 5mm zugenommen hatte.

Inzwischen zeigt „der Doppler“ einen leichten Blutrückfluss, die Mitralklappe schließt also auch bei Ceddy nicht mehr ganz dicht.
Ein Befund, der per Stethoskop weder für meine Tierärztin noch für den Kardiologen festzustellen war.
Wenn keine Besonderheiten auftreten, soll ich die Jungs zwischendurch von meiner Tierärztin abhören lassen und in einem Jahr wieder beim Kardiologen vorstellen.

Die Tatsache, dass bei Ceddy eine beginnende Insuffizienz der Mitralklappe besteht, die auskultatorisch nicht bemerkt wurde, lässt für mich die Inhalte der Herzstudie, die vor einigen Jahren in Deutschland durchgeführt wurde, in einem besonderen Licht erscheinen.

Bei der auf die Jahren 2001 und 2002 befristeten Herzstudie wurde festgestellt, dass die Erkrankung der Herzklappen im Anfangsstadium beim Abhören mit dem Stethoskop (auskultatorisch) oft noch nicht zu erkennen ist und außerdem hierbei auch ein größerer Einfluss des individuellen Untersuchers auf das Ergebnis gegeben ist. Genaue kardiologische Untersuchungen machen sie jedoch schon zu Beginn diagnostizierbar.

Diese Untersuchungen wurden jedoch entgegen dem Expertenrat von den Vereinen nicht in den Pflicht-Untersuchungskatalog für Zuchthunde übernommen, hier wird als Herzuntersuchung die Auskultation vorgegeben.

Trotzdem lassen einige Züchter diese Untersuchungen auf freiwilliger Basis durchführen. Ein Welpeninteressent sollte sich im Vorfeld erkundigen, ob der jeweilige Züchter die Untersuchungen beim Kardiologen gewährleistet und dies meiner Meinung nach als Kriterium für seine Kaufentscheidung mit berücksichtigen.