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Wer etwas über die Krankheit, ihre Symptome und den aktuellen Stand der Forschung im Zusammenhang mit Syringomyelie erfahren möchte, sollte die diversen Seiten nutzen, auf denen Wissenschaftler Informationen und Erklärungen zum Teil auch für Laien "lesbar" zur Verfügung stellen.

Sehr interessant ist die Seite von Clare Rusbridge http://www.veterinary-neurologist.co.uk/, hier findet sich auch die deutsche Übersetzung eines Info-Textes: http://www.veterinary-neurologist.co.uk/syringomyelia/docs/cmsmgerman.pdf

Hier  http://www.veterinary-neurologist.co.uk/syringomyelia/docs/sm%20research%20update%20may%202010.pdf ist ein Bericht aus 2010 nachzulesen, in dem der aktuelle Stand der Genforschung beschrieben wird.

In einem englischen Forum beschreibt ein Mitglied wie Clare Rusbridge bei einem Treffen den Forschungsstand dargestellt hat.
Sinngemäß wurde gesagt:
Wenn man sich vorstellt, dass die Antwort auf ein Problem innerhalb eines Hauses in den USA zu finden ist, dann sucht man erst nach dem richtigen Staat, dann nach der Stadt, innerhalb der Stadt nach dem Stadtteil, um dann die richtige Straße herauszufinden.
Die "Straße" gefunden zu haben... das ist wohl der aktuelle Stand. Sie hoffen, dass sie bis zum Ende des Jahres mehr herausgefunden und "gesichert" haben. Ziel ist dann die Entwicklung eines Gen-Testes. 

Eine sehr gute Informationsmöglichkeit in deutscher Sprache bietet die Doktorarbeit von Miriam Biel aus dem Jahr 2009 (Universität Gießen) http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7043/pdf/BielMiriam_2009_06_04.pdf . Neben Studienergebnissen sind hier auch Beschreibungen von Symptomen und Erklärungen zu den Untersuchungsgeräten zu finden.


Vor einigen Jahren konnte man in einem deutschen Hundeforum eine Diskussion über Syringomyelie erleben und erfuhr, dass von dieser Erkrankung vorwiegend britische Cavaliere betroffen waren.
So kann man auch im Internet nachlesen, dass ein französischer Wissenschaftler bei einem Treffen von SM-Forschern erwähnte, dass in Frankreich eine ganze Zeit lang von der “britischen Cavalier-Krankheit” gesprochen wurde.

Jeder Laie, der sich über diese Krankheit informiert, wird im Internet auf Bilder und Berichte stoßen, die teilweise milde Symptome beschreiben, die von unwissenden Liebhabern vielleicht sogar als “Macke” ihrer Hunde abgetan werden und diese Hunde können tatsächlich auch ohne Behandlung ein einigermaßen beschwerdefreies Leben führen.

Es gibt auch heute noch Tierärzte, die nichts von dieser Erkrankung gehört haben, so dass für die Halter betroffener Hunde oft eine endlose Tierarzt-Odyssee beginnt...
Mit besonderem Leidensdruck für die Hunde und natürlich auch für ihre Menschen verbunden, wenn die Hunde nicht “nur milde” Symptome zeigen, sondern Anfälle auftreten, die die Hunde vor Schmerzen schreien lassen.

Ein normales Leben zu führen, ist für Hunde mit schwerer SM-Erkrankung und mit ihnen auch für ihre Menschen oft gar nicht mehr möglich, zu groß sind das Leiden der Hunde, das Mitleid und die ständige Sorge der Menschen.

Traurige Videos, die Hunde mit solch unsäglichen Schmerzen zeigen und jedem Menschen beim Ansehen das Herz zerreißen, sind in großer Zahl im Internet zu finden. Sie zeigen Cavaliere aus England, Frankreich, Amerika, auch aus Deutschland, Cavaliere rund um den Globus können an SM erkranken.

Jeder Cavalier-Liebhaber, der sich im Internet umschaut, kennt aus Foren die Berichte von Menschen, die über ihre betroffenen Hunde schreiben.
Einige berichten von Operationen, andere von verschiedenen Medikamenten und den Problemen und Nebenwirkungen, die beide Therapieformen möglicherweise in diesem oder jenen Fall haben, aber auch von der Linderung, die Cavaliere durch diese Behandlungen finden können.

Es werden Berichte darüber geschrieben, wie Menschen versuchen, ihren kranken Hunden das Leben zu erleichtern.
Der Einsatz von Geschirr statt Halsband, der hochgestellte Futternapf, die Vermeidung unnötiger Aufregung - um nur einige Beispiele zu nennen-, machen deutlich, dass es für Menschen mit erkrankten Hunden sehr wichtig ist, sich mit anderen Menschen betroffener Hunde zu unterhalten, in der berechtigten Hoffnung, dem eigenen Hund durch irgendwelche "Kleinigkeiten" den Alltag erträglicher machen zu können.

Eine Internetplattform, die Interessierten und Menschen mit betroffenen Hunden sowohl aktuelle und vielfältige Information bietet als auch die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen, ist hier zu finden http://www.cavaliertalk.com/forums/forum.php.

Eine Seite, die eine einzige Liebeserklärung an Cavaliere darstellt, sich mit verschiedenen bei Cavalieren vorkommenden Erkrankungen befasst und einige SM-betroffene Cavaliere vorstellt, ist bei diesem link zu finden http://www.cavaliermatters.org/.
Die Krankheit SM bekommt durch die Beschreibung der individuellen Geschichten und durch die Fotos dieser Cavaliere ein Gesicht... .

Darüber hinaus informiert die Seite über offizielle Berichte zur Hundezucht in England und unterstützt "Rupert's Fund", eine Privatinitiative, die mit Spenden zur Förderung der SM-Forschung beiträgt. Rupert, der schöne Blenheimrüde wird vorgestellt, seine Geschichte und seine SM-Krankheit werden beschrieben.
Eine Seite, die emotional und informativ zugleich ist und dadurch neben Vermittlung von Kenntnissen sehr betroffen macht. Dazu gehört auch das traurige Tagebuch von Dottie einer ehemaligen Zuchthündin aus einer "Puppy-Farm".... :-(


Genaue Angaben zu der Zahl erkrankter Hunde oder gar einen Prozentsatz wird man kaum finden können.
Wie denn auch, wenn nicht einmal die Zahl der überhaupt in Deutschland lebenden Cavaliere bekannt ist?
Und außerdem davon auszugehen ist, dass einige Cavaliere, die an einer milden SM-Form leiden, gar nicht als krank gelten und bei anderen - offensichtlich erkrankten Hunden - die Diagnose SM nie gestellt wurde.

Abgesehen davon sind selbst bei der seit vielen Jahren bekannten "Herzkrankheit der Cavaliere" keine Zahlen über die Krankheitsentwicklung in Deutschland bekannt. Wie sollte man dann überhaupt bei dieser erst seit einigen Jahren als SM "erkannten" Krankheit konkrete Zahlen erwarten dürfen?

Die Ursachenforschung beschäftigt die Wissenschaftler seit längerer Zeit. Auch Liebhaber können im Internet Texte über verschiedene Forschungsansätze und Theorien finden.

Oft, wenn ein Aufsatz und eine These in einem Forum diskutiert werden, meldet sich ein User zu Wort, der aus dem Internet einen ganz aktuellen Text kennt, aus dem hervorgeht, dass die andere Theorie bereits überholt ist und die Forschungen jetzt in eine andere Richtung gehen.

Fest steht wohl, dass zwar auch andere Hunderassen unter SM leiden, bei Cavalieren aber eine Häufung von Krankheitsfällen auftritt und deshalb von einer genetischen Ursache ausgegangen wird.

Mal liest man in einer amerikanischen Veröffentlichung, dass sich bei den in dieser Studie erfassten kranken Cavalieren die gemeinsame Abstammung auf eine Hündin, die 1956 geboren wurde, zurück verfolgen lässt.
Darüber grübelt man als Laie, wenn man gleichzeitig in einer britischen Online-Zeitung (Kommentare 16, 18 etc.) liest, dass durch nicht korrekte Ahnentafeln und damit die ungeklärte Abstammung einiger Hunde die Forschung erschwert werde.

In der BBC Dokumentation Pedigree Dogs Exposed beklagt die Neurologin Clare Rusbridge, dass ein Mensch, der mit einem Stock auf einen Hund einschlägt, als Tierquäler mit einer Bestrafung rechnen muss, dass aber einem Züchter, der Hunde in die Welt setzt, die unter genau solch unerträglichen Schmerzen leiden, keine Strafe droht.

In englischen Foren sind die von Wissenschaftlern ausgesprochenen Zuchtempfehlungen nachzulesen. Wobei man sich als interessierter Liebhaber natürlich seine Gedanken macht, inwieweit solche Empfehlungen tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden...

Wenn man an das deutsche Herzpilotprojekt bei den Cavalieren denkt und liest, dass die empfohlene Nachuntersuchung der am Projekt beteiligten Hunde eines bestimmten Alters nicht erfolgt ist, und auch die als wichtig hervorgehobenen Untersuchungen beim Kardiologen nicht als “Pflichtprogramm für Zuchthunde” übernommen wurden.
Natürlich liest man in Foren und auf den Homepages diverser Züchter, dass sie die Doppler- und Ultraschalluntersuchungen bei ihren Zuchthunden durchführen lassen, alles aber auf freiwilliger Basis....

Der Liebhaber erfährt bei seiner Internetsuche auch von den speziellen Maßnahmen, die die deutschen Vereine im Zusammenhang mit SM eingeleitet haben. Nachdenklich wird er, wenn er liest, dass sich nicht alle Vereine innerhalb eines Verbandes über die Maßnahmen einig sind.
Wenn Züchter aus diesen Vereinen einen weiteren Verein gründen, kann das bedeuten, dass die Wirksamkeit bestehender Regeln für nicht ausreichend gehalten wird?

Von den britischen Zuchtempfehlungen habe ich in englischen Foren gelesen. Dort wird der MRI-Befund der untersuchten Hunde in verschiedene Grade eingeteilt, die - soweit ich es verstanden habe - vom Vorhandensein und dann von der Ausdehnung einer Syrinx abhängig sind.
Diese Grade werden zu Verpaarungsempfehlungen (unterschiedliche "Kombinationen" von Graden bei Hündin/Rüden dürfen verpaart werden, andere eben nicht) herangezogen.

Dieses System setzt voraus, dass alle eingesetzten Zuchthunde gescannt sind.
Großes "Problem" hierbei - so stelle ich es mir vor - könnte neben der Frage, ob und wie viele Züchter scannen, auch die Tatsache sein, dass es Hunde gibt, die selber im Phänotyp völlig gesund und keine Merkmalsträger sind, die genetische Anlage aber trotzdem in sich tragen und auch vererben.

Im Internet kann man nachlesen, wie einige Vereine bei uns vorgehen.
Zum einen dürfen keine Hunde zur Zucht eingesetzt werden, die selber erkrankt sind. Kriterium ist hier das Auftreten von Symptomen und neurologischen Auffälligkeiten, ein Kernspin ist - soweit ich informiert bin - nicht vorgeschrieben... entsprechend kann es dann eine "Grad-Einteilung" nicht geben.

Zusätzlich werden die Ahnentafeln von Zuchthunden markiert, die betroffenen Nachwuchs hervorgebracht haben. Zwei Hunde mit "markierten" Ahnentafeln dürfen nicht miteinander verpaart werden.

Dieses setzt natürlich voraus, dass jeder Hund, bei dem SM oder eindeutige Symptome von einem TA bestätigt wurden, dem Zuchtbuch führenden Verein gemeldet wird .

Außerdem können diese Rückmeldungen zu betroffenem Nachwuchs - wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe - nur zur Markierung von Papieren der Zuchthunde führen, die in den Zuchtbüchern der am "Programm" teilnehmenden Vereine registriert sind.

In England hat ein Film-Interview mit der Aussage, dass ein Hund, der an SM erkrankt sein soll, an Ausstellungen teilgenommen hat und Champion wurde, zu einem Skandal geführt.
Wäre es "bei uns" wohl denkbar, dass ein Hund, der SM-Symptome zeigt, auf Ausstellungen präsentiert wird?

Wie soll ein Liebhaber verstehen, dass Ausstellungen Schönheitswettbewerbe sind, eine Bewertung, inwieweit der einzelne Hund dem Ideal-Standard nahe kommt und dass sie nichts mit einem Zuchteinsatz zu tun haben, wenn gleichzeitig die Championabstammung von Welpen besonders betont wird?

Makellose Standard-Schönheit sowie hochtypisches Aussehen und Wesen helfen keinem Hund, der an SM erkrankt oder in jungen Jahren herzkrank wird.... auch nicht, wenn er trotz dieser Erkrankungen ausgestellt werden und sogar ein Champion werden könnte.
Was könnte in einem Rassestandard stehen, das wichtiger und höher zu bewerten wäre als Gesundheit?