Die wenigsten Welpenkäufer "brauchen" wirklich Papiere für Ihre Hunde, weil sie keine Zucht- oder Ausstellungsambitionen haben. Trotzdem sollten sie nicht auf Papiere verzichten, weil in diesen die Ahnen ihrer Hunde dokumentiert sind und sie so etwas über die Abstammung ihres Hundes erfahren können.
Außerdem sind die Papiere auch ein Beleg dafür, dass der Züchter einem Verein angeschlossen ist und dieser "ein Auge" auf den Züchter hat. Der Züchter macht mit seinem Vereinseintritt quasi seine Zucht nach außen transparent und unterwirft sich einer Kontrolle und diversen Regeln. Welcher Verein die Papiere für die Welpen ausstellt, ist für mich persönlich zweitrangig.
Wenn man sich etwas mit der "Hundeszene" beschäftigt, erfährt man auch als unbeteiligter Beobachter einige Details.
Wie in anderen Lebensbereichen auch - trifft man bei Züchtern Menschen unterschiedlichster Charaktere an. Einige haben Spaß am Vereinsleben und organisieren sich gerne dort, wo ein Verein diverse Veranstaltungen und auch Geselligkeit bietet. Andere suchen nach einer Fortbildungsmöglichkeit und werden Mitglied in einem Verein, der viele Seminare veranstaltet. Eine dritte Gruppe hat weder an dem einen noch an dem anderen Gefallen, bildet sich selber mit Büchern, Fach-Magazinen oder vereinsunabhängigen Seminaren fort und verbringt seine Freizeit vielleicht lieber nur mit den eigenen Hunden, er hat ganz andere Kriterien bei der Vereinswahl.
Cavalier-Züchter werden von drei Vereinen innerhalb des VDH und diversen Hundezuchtvereinen, die nicht im VDH organisiert sind, betreut.
Liest man in Hunde-Foren wird man unweigerlich früher oder später in Diskussionen involviert, bei denen regelmäßig von VDH-Züchtern die These vertreten wird, dass seriöse und "gute" Züchter nur einem VDH-Verein beitreten und bei den anderen Züchtern automatisch etwas nicht in Ordnung sein muss. Die Nicht-VDH-Züchter werden als "Dissidenz"-Züchter bezeichnet, was erstmal nichts anderes sagt als dass diese Züchter "andersdenkend" sind.
Da ich gute und verantwortungsbewusste Züchter sowohl aus VDH- als auch aus Dissidenz-Vereinen kenne, würde ich niemals von dem Verein auf die Qualität einer Zucht und schon gar nicht auf die Eigenschaften einer Züchterpersönlichkeit schließen.
Der Welpeninteressent wird nicht drumherum kommen, sich mit dem jeweiligen Züchter zu beschäftigen und zu prüfen, ob er Vertrauen haben kann und Sympathie empfindet. Beides ist wichtig, um einen hoffentlich gesunden Welpen zu erwerben und auch um später im Interesse des Welpen einen guten Kontakt zum Züchter aufrechterhalten zu können. Der Verein sagt nichts über den Züchter aus. Hinter einem Vereinslogo kann sich niemand verstecken, der Züchter allein steht für das, was er gut und schlecht macht.
Um nun die Geschichte mit dem Vereinslogo auf den Papieren etwas ad absurdum zu führen, muss mein kleiner Ceddy als vielleicht untypisches Beispiel herhalten:
Mein Cedric hat in seiner Ahnentafel ausschließlich VDH Ahnen. Weil seine Züchterin vor wenigen Jahren aus ihrem VDH-Verein ausgetreten und einem "Dissidenz"-Verein beigetreten ist, wurde Ceddys Ahnentafel von einem "Dissidenzverein" ausgestellt.
Wenn ich nun mit Cedric züchten wollte und ihn als Deckrüden für eine VDH Zucht einsetzen wollte, müsste ich seine Papiere umschreiben lassen. Dafür müsste zuerst geprüft werden, ob Ceddy wie ein Cavalier aussieht. Wenn er das bewiesen hat, würden spezielle VDH-Papiere (Registerpapiere) für ihn ausgestellt, in denen aber nur sein Name stehen würde . Also spezielle VDH-Papiere, in denen nur der Name des Nicht-VDH-Hundes-Ceddy, aber nicht die Namen all seiner VDH-Ahnen stehen. Danach müsste Ceddy dann die üblichen "Zuchtzulassungsgeschichten" wie jeder andere Deckrüde auch "erledigen"....