Meine Züchterfreunde haben mir von ihren Erfahrungen berichtet, die sie mit Anfragen von Welpeninteressenten gemacht haben. Sie können endlose Beispiele aufzählen, bei denen Anrufe oder Mails ausschließliche Preisanfragen darstellen. Ganz zu schweigen von Anrufen, die zu unmöglichsten Zeiten stattfinden und die vom Anrufer grußlos begonnen und ebenso beendet werden. Darüber, dass Höflichkeitsregeln einzuhalten sind und dass der Interessent sowieso mehr Fragen zur Zucht und zu den Welpen als nur zum Preis haben müsste, kann es keinerlei Diskussion geben. Gerade weil der seriöse Hunde(ver)kauf kein reines Geschäft ist und "beide Seiten" nur bei gegenseitigem Vertrauen zusammen kommen können, werden Interessent und Züchter sehr viele Fragen aneinander haben und bei der Kontaktaufnahme werden ganz andere Themen an erster Stelle stehen.
So wie reine Liebhaber ihre Erfahrungen bei der Suche nach "ihrem" Züchter austauschen, so schreiben auch Züchter in Foren über ihre Erlebnisse, die sie mit den verschiedensten Menschen bei der Vermittlung von Welpen gemacht haben. Viele dieser Forenbeiträge klingen nachvollziehbar, weil sie berechtigte Kritik an Verhalten üben, das eindeutig „daneben“ ist.
Wenn sich mancher Züchter jedoch in Forenbeiträgen darüber beklagt, dass irgendwann auch im ersten Gespräch vom Interessenten der Preis angesprochen wird, kann ich das nicht verstehen. Der Züchter wird den Hund nur für eine bestimmte Summe abgeben, diese Summe muss doch auch dem Interessenten bekannt sein. Es geht nicht um Handeln oder die Suche nach einem "Billigangebot", sondern schlicht darum, ob der Interessent bereit ist, diesen Preis für einen Hund zu zahlen.
Manche Züchter scheinen es als eine Art Beleidigung zu empfinden, wenn über Geld gesprochen wird, dabei haben sie nicht vor, die Hunde zu verschenken (warum sollten sie auch!). Jeder, der sich näher informiert, wird feststellen, dass die Züchter der verschiedenen Verbände eine Art "Preisabsprache" haben und dass sich Preise für Hunde einer Rasse darum auch in einem gewissen Rahmen "von bis" bewegen. Es ist doch nichts dabei, den genauen Preis zu klären und herauszufinden, ob er am oberen oder unteren Rand der Preisspanne einzuordnen sind.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Züchter, die für sehr viel Geld einen Zuchthund importieren, in den "Flieger" steigen ohne zu wissen, wie viel sie dieser Superhund kosten wird. Ich denke auch, dass "Decktaxen" klar bekannt sind und vor dem Besuch geklärt werden, warum also wird um Preisfragen des Liebhabers von einzelnen Züchtern solches Aufhebens gemacht?
Züchter machen den Interessenten oft überdeutlich, dass sie (mit Recht!) sehr kritisch auswählen, welchem Menschen sie einen ihrer Hunde anvertrauen. Manche Züchter scheinen aber - wenn es um sie selber geht - zu vergessen, dass auch der Interessent kritisch prüfen wird, von welchem Züchter er einen Hund zu sich nimmt.