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Auch als Außenstehender kann man erfahren, dass ein Verein aus Menschen nicht zwingend Freunde macht. Alle Feinheiten und Auswüchse des menschlichen Mit- und Gegeneinander werden auch unter einem gemeinsamen Vereinsdach auftreten. So werden Freund- und Feindschaften gepflegt, gemeinsam gefeiert und gemeinsam gemobbt, fröhlich geredet und genauso fröhlich gelästert.

Ein Verein ist eben nichts anderes als ein Zusammenschluss vieler verschiedener Menschen, die ihre eigenen Vorlieben und Abneigungen, ihre Überzeugungen und Vorurteile, ihre Stärken und Schwächen auch über den Vereinseintritt hinaus bewahren und pflegen, daran ändert im "internen" Umgang das gemeinsame Vereinsbuch herzlich wenig.

Gänzlich anders kann es bei Außenkontakten aussehen, da mutieren in kritischen Situationen - wie bei Streitdiskussionen mit den Mitgliedern anderer Vereine - die individuellen "Einzelkämpfer" oft zu einer geschlossenen "Truppe". Im engen Schulterschluss treten dann - wenn denn die Vereinsdisziplin es hergibt - einzelne Mitglieder als eine Einheit - eben ein Verein - auf.

Als ein "nicht organisierter" und vereins-unabhängiger Beobachter erlebt man  Situationen wie öffentlich ausgetragene Verbandsdiskussionen mit einem gewissen Unverständnis, weil man um die "Gesetze" der oben beschriebenen Vereinsbesonderheiten und auch um die einer Gruppendynamik zwar weiß, aber rational und auch emotional nicht nachvollziehen kann, wie in Auseinandersetzungen alle menschlichen, persönlichen und individuellen Aspekte zugunsten eines "Vereinsstreits" auf der Strecke bleiben können.

Wenn zum Beispiel durch eine Notlage oder die Krankheit eines Menschen eine ungute Situation entstanden ist, würden bei einem Mitglied des eigenen Vereins hinter verschlossenen Türen neben verständnisvollem Hinterfragen und Hilfsangeboten vielleicht auch kritische Stimmen laut, bei dem Mitglied eines anderen Vereins nehmen sich jedoch einige die Freiheit, den anderen ohne genaue Kenntnis der Umstände auf bloßen Verdacht also -  vielleicht nur auf der Grundlage eines Zeitungsartikels - zu verurteilen und zu verunglimpfen.

Nicht nur, dass ein Mensch angeprangert wird, einige lassen sich öffentlich zu - eigentlich durch nichts zu rechtfertigenden - wüstesten persönlichen Beschimpfungen und bösesten Wünschen hinreißen ohne den anderen Menschen und die genauen Umstände der Situation tatsächlich zu kennen.

Dass anschließend noch der andere Verein mit-verurteilt wird, um sofort den eigenen Verein als einzig wahren Verein zu bewerben...
Ich weiß nicht, ob sie da nicht kontraproduktiv agieren, weil alle Beobachter das gedanklich vielleicht so nicht mitmachen können, manche haben noch die Situation im Kopf und sind beschäftigt, über die Umstände und den betroffenen Menschen nachzudenken...