Die kleinen Spaniels sind schon auf Gemälden aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. Sie waren Begleiter der Könige, King Charles II verdanken sie ihren Namen.
Man erzählt, dass den Spaniels zu dieser Zeit im ganzen Königreich keine Tür verschlossen bleiben durfte.
Wenn man an die verträgliche Art und Anpassungsfähigkeit dieser Hunde denkt, wird man an der Wahrheit dieser Geschichte nicht zweifeln können.
Mit der aufkommenden Mops-Mode gerieten die Spaniel mehr und mehr in den Hintergrund.
Es ist zu einer Vermischung der kleinen Spaniels mit kurznasigen Hunden gekommen und ein neuer Spaniel-Typ mit kürzerer Nase und runderem Oberkopf entstanden.
Diese Hunde wurden King-Charles-Spaniel genannt, der erste Club wurde 1885 gegründet und die Rasse wurde dann 1892 vom Kennel Club anerkannt.
Anfang des 20. Jahrhunderts reiste der reiche amerikanische Züchter Roswell Eldridge nach England, weil er nach einem Hund suchte, in dessen Bild er sich verliebt hatte.
Er fand jedoch nur den neueren Spaniel-Typ, den Charly, war enttäuscht und setzte eine hohe Geldprämie für den Züchter aus, der wieder einen Spaniel des "old-fashioned-type" züchten würde, wie er auf den alten Gemälde zu sehen war.
Mit der Geburt von "Ann's Son" war das Ziel erreicht, Roswell Eldridge soll aber die Erfüllung seines Traums nicht mehr erlebt haben.
Nach dem Aussehen von "Ann's Son" wurde der Rassestandard des Cavaliers erstellt, er ist somit als "Urvater" unserer heutigen Cavaliere anzusehen. Zum Geburtsjahr dieses Hundes gibt es verschiedene Angaben, so werden 1924, 1926 aber auch 1927 genannt.
Der erste Cavalier-King-Charles-Spaniel-Club wurde 1928 in England gegründet, der Name Amice Pitt ist untrennbar mit der Entstehung der Rasse, der Formulierung des Rassestandards und auch der Gründung dieses Clubs verbunden.
Auch wenn nach "Ann's Son" bereits einige Hunde dem Standard der Cavaliere entsprachen, wurden sie beim Kennel Club noch als King-Charles-Spaniel registriert.
Die erste Eintragung eines Hundes als Cavalier-King-Charles-Spaniel erfolgte beim Kennel-Club erst 1943.
Weitere Informationen zu diesem Thema können Interessierte hier in einem Aufsatz von Bet Hargreavesnachlesen. Sehr lesenswert sind hierbei auch die Gedanken, die sich Bet Hargreaves über den sehr engen Genpool in den frühen Jahren der Cavalierzucht - verstärkt noch durch die Jahre des Zweiten Weltkrieges - macht, sie denkt dabei auch darüber nach, welche Bedeutung diese enge Zucht für unsere heutigen Cavaliere haben kann!
Auf dieser Seite ist eine kurze Beschreibung über den Ursprung der Cavaliere und ihre Geschichte in Amerika zu finden.
Viele kennen sicher die Staffordshire-Figuren, die den Cavalieren und Charlies so ähneln, sie werden auch als "Kaminhündchen" bezeichnet, weil sie paarweise auf den Kaminsims gestellt werden.
Wenige werden wissen, dass diese Figuren auch "Kapitänshunde" und "Puffhunde" genannt werden.
Es heißt, dass die Bordell-Damen in den Hafenstädten den Seeleuten durch diese Hündchen gezeigt haben, ob ein Besuch möglich ist. Die Seeleute wussten was es bedeutet, wenn die Hundefiguren auf der Fensterbank mit dem Rücken oder dem Gesicht zum Fenster ausgerichtet standen.
Es gibt noch endlos viele Geschichten von Queen Victoria und ihrem Tricolour-Rüden Dash zum Beispiel. Sie bekam den kleinen Rüden zu ihrem 14. Geburtstag. Sie bekleidete das Hündchen mit selbst genähten scharlachroten Jäckchen und blauen Hosen. Ihre Gouvernante Baroness Lehzen konnte auf Victoria einwirken und ihr erklären, dass dieses Ankleiden nichts für Hunde ist und Dash sich das überhaupt nur wegen seines freundlichen Wesens gefallen ließe. Es heisst, dass Queen Victoria nach der mehrstündigen Krönungszeremonie zuerst nach ihrem Dash gesehen hat. Als Dash mit 9 Jahren starb, ließ Victoria ihn in Adelaide Cottage begraben.
Der Daumenabdruck der Duchess of Marlborough, soll für die beliebte "Lozenge" Markierung (auch 'Spot' genannt) verantwortlich sein. Die Duchess hatte - während ihr Mann in den Krieg gezogen war - ihrer Cavalierhündin voll Nervosität den Daumen auf die Stirn gepresst. Alle Welpen dieser Hündin sollen danach mit der Lozenge Markierung geboren sein, die genau dem Daumenabdruck der Duchess entsprach.
Ob alle Geschichten, die sich um diese Hunde ranken, stimmen? Sie zeigen auf jeden Fall, dass Cavaliere immer die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.....und diese wunderbaren Hunde haben sie auch verdient!
In seinem Buch "Intelligenz der Hunde" (Rowohlt Verlag, ISBN 3498009028) schreibt Stanley Coren über den Cavalier : ".....bemühen sich ständig um Zuneigung, zeigen wenig Kampfgeist und so gut wie keine aggressiven Neigungen... " Weiter zitiert Coren seine Stieftochter, die den Cavalier als einen "Liebesschwamm" bezeichnet.
In dem Buch "Die Geheimnisse der Hundesprache" kommt Stanley Coren, der als Professor für Psychologie an der University of British Columbia im Bereich Tierverhalten und Evolutionsbiologie forscht, auf einen Hintergrund dieser besonderen Persönlichkeitsmerkmale der Cavaliere. Über das interessante Kapitel "Hundedialekte" erfahren Sie mehr auf dieser Seite.