Das erste Ziel, das jeder bei einem neuen Hund hat, der Hund muss stubenrein werden. Bei Ceddy habe ich erlebt, dass es Hunde gibt, die eine ganz lange Zeit nur ihr Geschäft erledigen, wenn sie ein Dach über dem Kopf und vier Wände um sich herum haben. Draußen lief gar nichts! Ceddy war einige Monate ganz zuverlässig "straßenrein". Der Bursche hat mich fast an den Rand der Verzweiflung gebracht. Das, was bei Jasper völlig problemlos geklappt hatte und kein Thema war, wurde für mich bei Ceddy zum Problem Nr. 1.
Irgendwann machte es aber auch bei ihm klick und er wagte es auch draußen, erst mittags, dann nachmittags und dann kam die Zeit, dass ich nicht mehr die Erfolge zählte, sondern die Ausreißer, wenn es doch noch mal daneben gegangen ist.
Mein Problem war, dass die meisten Menschen erzählen, dass die Welpen vom zweiten oder dritten Tag an bei ihnen stubenrein waren. Wahrscheinlich kommen diese Welpen schon stubenrein auf die Welt, jedenfalls hört man - wenn man verzweifelt nach Informationen sucht - meist von diesen Wunderhunden und fühlt sich noch unglücklicher.
Das einzige was wirklich hilft ist, die Geduld nicht zu verlieren, keine Wut gegen sich oder den Hund, der es wirklich nicht besser weiß, aufzubauen. Der Freundschaft schadet das nicht. Nicht beim Menschen und nicht beim Hund. Jedenfalls solange der Mensch klug genug ist, nicht irgendwelche Zwangsmaßnahmen oder Strafen einzuführen.
Irgendwann verstehen es alle, der eine früher, der andere eben später und wenn es erstmal geschafft ist, kann man sich an das Riesenproblem erinnern, versteht aber seine eigene Verzweiflung nicht mehr so ganz.