Willkommen
Hund & Mensch
Gesundheit
Verhalten
Abendessen
Beißerei
Dominanz
Gehorsam
Hundeschule
Leckerchenbetrug
Liegeplatz
Loyalität
Nuckeln
Rangordnung
Rituale
Schlafposition
Stubenreinheit
Stundenplan
Vertrauen
Trainer
Welpenschule
Zucht
Dortmunder Appell
Tierschutzgesetz
Schwarzbuch Hund
Unsere Stimmen für den Hund
Interessantes
CKC-Spaniel
CKCS-Geschichte(n)
Meine Hunde
Karin
Gedichte
Links & Infos
"Mitreden"
Gästebuch
Forum
Was ist neu?
Impressum/Discl.
   
 


Früher reichte für Kinder meist ein Stundenplan aus; heute dagegen brauchen die meisten Kinder einen eigenen Terminkalender, um neben den Schulstunden auch die anderen Zeiten wie Computer- oder Theater-AG, die Treffen vom Fußballverein, der Ballett- oder Judogruppe, die Trainerstunden im Tennis- oder Golfclub  und den Klavier-, Flöten- oder Gitarrenunterricht einzutragen.

Ich fürchte, dass heutzutage auch viele Hunde einen solchen Terminplaner brauchen.

Kaum als Welpe in eine neue Familie eingezogen und manchmal noch nicht richtig an ihr neues Zuhause und ihre Menschen gewöhnt, werden sie fast ausnahmslos eine Welpenschule besuchen.

Früher haben Hunde mit ihrer Familie im normalen Leben nach und nach gelernt, sich angstfrei auf immer neue Situationen einzulassen.
Sie haben im Vertrauen auf den Schutz ihrer Menschen ein Gefühl von Sicherheit erworben, das sie offen und neugierig auf Unbekanntes zugehen ließ.

Im Gegensatz zu diesem "normalen und nebenbei" Hereinwachsen und "sich entwickeln" wird dieses Lernen heute straff nach Plan durchorganisiert.

Es gibt die Schulstunden auf einer Wiese, wo die Kleinen üben, an der Leine zu gehen und wo sie auch mit den anderen "Babys" spielen können.
In einer anderen Stunde ist ein Treffen am Bahnhof geplant, damit die Kleinen Züge sehen und hören; beim nächsten Mal erleben sie dann Kühe und Pferde, vielleicht auch Enten und Gänse, werden später über eine Fußgängerbrücke geführt oder erleben die Fahrt in einem gläsernen Aufzug.  
Selbstverständlich stehen sie auch kurz auf dem Gitterrost in einem zugigen Kaufhauseingang und fahren eine Strecke mit der U-Bahn und dem Bus. Einige machen vielleicht eine Bootsfahrt mit und manche treffen sich sogar am Flughafen.
Die Begegnung mit Männern mit Hut, Stock und Regenschirm - auch auf Fahrrad oder Motorrad - wird genauso geplant herbeigeführt wie das Vorbeiführen an einer Gruppe laut lachender Kinder oder an Frauen, die knisternde Plastik-Einkaufstaschen tragen.
Der Anblick von Menschen mit Brille, einer anderen Hautfarbe oder auffälligem Gang, an Krücken oder im Rollstuhl kann für Hunde genauso beängstigend wirken und muss darum ebenso in das Programm aufgenommen werden wie das Treffen von Männern mit Bart.

Alle nur denkbaren und undenkbaren Situationen werden berücksichtigt, konstruiert  und eingeplant, damit der Hund in den ersten Wochen seines Lebens soviel wie möglich kennenlernt und auf sein Leben "vorbereitet" wird.

Natürlich wissen inzwischen alle, die sich nur etwas intensiver mit dem Thema Hund befassen, dass der heranwachsende Hund in wenigen Wochen genau abgrenzbare verschiedene Entwicklungs- und Lernphasen durchläuft. In diesen Phasen reagiert er besonders sensibel und speichert alle Erfahrungen - gute wie schlechte - als "Rüstzeug" für sein weiteres Leben ab.

Wenn ich mir überlege, wie ich diese Entwicklungsphasen meines Welpen am besten nutze, bin ich mir sicher... zwischen "Nicht-Fördern" und "Über-Forderung", zwischen "reizarmen Laborbedingungen" und "Reizüberflutung"  gibt es einen Spielraum, der sollte einem Welpen gelassen werden, um "Kind-sein" zu können. 

Einen Stundenplan brauchen Hunde nun wirklich nicht. Nicht als Welpe und auch später nicht.

Die Termine von Fährtensuche, Obedience, Dogdancing, Agility und Co sollte meiner Meinung nach Mensch schon noch im Kopf behalten können, wenn das nicht geht... vielleicht einige Termine streichen und mit dem Hund die Ruhe genießen?