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Bevor ich mich endlich entschlossen habe, dass zu Jasper und mir ein Hundekumpel zieht, habe ich mir lange Gedanken gemacht. Schließlich ist es eine schwere Entscheidung, zusätzliche Verantwortung auf sich zu nehmen.

Im schlechtesten Fall, wären die Hunde nicht miteinander ausgekommen, hätte ich mich von dem Welpen wieder trennen müssen und vielleicht wäre Jaspers souveränes Verhalten dauerhaft verändert worden und unser tolles und eingespieltes Zusammenleben hätte nicht mehr wie bisher laufen können.

Neben der Sorge, dass Jasper eifersüchtig werden und sich zurückgesetzt fühlen könnte, hatte ich Angst, dass es zwischen den Beiden zu Rangordnungsproblemen kommen könnte.

Auch wenn mir viele Cavalier-Menschen erklärt haben, dass Cavaliere gern und friedlich zu zweit oder mit noch mehr Artgenossen leben, hatte ich Zweifel, was... wenn gerade bei mir zwei Jungs Machtkämpfe austragen und sich nicht vertragen würden.

In den ersten Tagen, Wochen und Monaten nach Ceddys Einzug zeigte sich, dass die anderen Cavalier-Menschen Recht haben.
Beide Jungs wurden schnell zu guten Freunden und Jasper empfand von Anfang an ganz offensichtlich "den Kleinen" nicht als Eindringling, der ihm etwas wegnimmt, sondern als Freund, der immer mit ihm zusammen und eine Bereicherung seines Lebens ist.























Mit dem Erwachsen-Werden entwickelte Ceddy ein größeres Selbstbewusstsein und ich wusste, dass die Jungs irgendwann "unter sich klären" werden, wer "das Sagen" hat.
























Von meinen Besuchen bei meiner Mutter und Rap wusste ich, dass Rap und Jasper eigentlich keine für mich(!) erkennbare Rangordnung haben, wie aber würde es aussehen, wenn zwei Jungs sich "ein Zuhause" teilen.

Natürlich war mir klar, dass ich als Mensch nicht eingreifen dürfte, auch wenn ich nach meinem menschlichen Gerechtigkeitssinn Jasper als dem Älteren und "Ersten" immer Vorrechte einräumen wollte.

Ich glaube, dass die Jungs inzwischen ihre Stellung zueinander geklärt haben. Für mich ist es wichtig, dass ich durch mein Handeln die jeweilige Position nicht untergrabe und ihre "Entscheidung" respektiere.
Ich kann nicht sagen, dass der eine oder der andere eindeutig und immer "der Boss" ist. Sie legen auf unterschiedliche Dinge oder Ressourcen wert.

Die einzigen "kritischen" Situationen hat es im Zusamenhang mit Futter gegeben. Es waren kurze Momente, in denen ich als Neuling in der "Mehrhundehaltung" verunsichert war und den Rat erfahrener und kluger Hundekenner gesucht habe.
Frau Kellermann und Karin Petersohn konnten meine Fragen schnell und klar beantworten und haben mir den richtigen Rat gegeben.

Beim Füttern stelle ich inzwischen Ceddy zuerst seinen Napf hin. Jasper bekommt erst wenn Ceddy schon mit seinem Futter beschäftigt ist in etwas größerer Entfernung sein Futter.
Irgendwie scheint diese Art in Ceddys und auch in Jaspers Augen o.k. zu sein, jedenfalls reagieren beide Jungs er viel gelassener und wirken weniger "futterneidisch".
Auch die "Leckerchengabe" läuft entspannter ab, wenn Ceddy als erster kurz vor Jasper etwas bekommt.

Weil Jasper sowieso nicht ständig so engen Körperkontakt zu mir sucht wie Ceddy, hat er inzwischen akzeptiert, dass Ceddy auf dem Sofa oder im Bett das Vorrecht hat, sich ganz frei seinen Liegeplatz bei mir zu wählen.

Auch bei der Begrüßung musste ich lernen, dass Ceddy nicht mehr versucht, Jasper weg zu drängeln, wenn er als erster angesprochen und kurz gestreichelt worden ist.

Meinem menschlichen Gerechtigkeitsempfinden kommt es natürlich sehr entgegen, dass es viele, viele andere Situationen gibt, denen Ceddy keinerlei Bedeutung beimisst.
Wenn es zum Beispiel um das Bürsten, das An- und Ableinen oder das Abtrocknen nach einem Regenspaziergang geht, wenn Jasper die "Badezimmer-Rituale" aus seiner Zeit als "Einzelhund" auslebt, dann ist er "der King" und Ceddy gönnt ihm den Vortritt.

Auch wenn ich auf der "Hundewiese" bei fremden Hunden immer vorsichtig bin und bezweifle, dass Hunde tatsächlich immer und alles "unter sich ausmachen" (schließlich gibt es bei Hunden auch Mobbing!) kann ich meinen beiden Jungs voll vertrauen. Sie werden ohne großen Streit regeln was zu regeln ist... wenn sie vielleicht auch mal dabei schimpfen, sie werden wohl nie vergessen, dass sie Freunde sind, die zusammen gehören!

Auseinandersetzungen, von denen meine Züchterfreunde auch bei Cavalieren berichten, wenn es um das Konkurrenzverhalten von Rüden, die mit Hündinnen zusammen leben, geht, brauche ich nicht zu fürchten.























Kleine Eifersüchteleien und Futterneid lassen sich ohne Probleme vermeiden. Und wenn ich den Jungs beim Alleinbleiben keine Nageteile lasse, dann weniger, weil ich einen Streit befürchte, sondern mehr, weil ich es ihnen wegen Verschlucken o.ä. nur unter Aufsicht geben möchte!