Barbara Reese
© Rena V. Gellert Frido
Seit diesem Jahr ist ein Gentest für das Episodic-Falling Syndrom verfügbar, der - wenn man sich die Auflistung von Gesundheitsuntersuchungen der Zuchthunde auf den Züchterhompages ansieht - schnell mehr und mehr angenommen und eingesetzt wird.
Oft kann man in Berichten über solche Tests die Namen der an dem Erfolg beteiligten Wissenschaftler lesen, beim Thema Episodic-Falling-Syndrom sollte in jedem Fall auch der Name der britischen Züchterin Barbara Reese genannt werden.
Seit fast 40 Jahren Cavalierhalterin, Cavalierzüchterin, Ausstellerin und Präsidentin des S&W-Wales Cavalier-Clubs - ist Bararba Reese eine Expertin für diese Erbkrankheit.
Vor über 30 Jahren stellte Barbara Reese bei ihrer 14 Wochen alten Hündin Gracie Symptome fest, die vom - damals noch als Krankheitsbild unbekannten - EFS verursacht waren.
Interessierte können in dem EFS-Informationsportal von Barbara Reese http://cavalierepisodicfalling.com/gracies_story.html Gracie's Geschichte nachlesen.
Leider hat Barbara Reese ihre Homepage 'Tambrocavaliers' nicht mehr online gestellt, hier war noch mehr über Gracie zu erfahren.
Auf der Seite des britischen Cavalier-Clubs ist ein Artikel von Barbara Reese aus dem Jahr 2005 http://www.cavaliers.co.uk/articles/episodic%20falling.htm veröffentlicht, in dem sie über die Symptome der Erkrankung spricht und Medikamente nennt, mit denen einen Behandlung versucht werden kann. Außerdem ruft sie ihre Züchter-Kollegen zur weiteren Unterstützung der Forschung auf.
Wenn Barbara Reese hier über die frühe - Anfang der 1980er Jahre beginnende - EFS-Forschung berichtet, darf nicht unerwähnt bleiben, dass der Erfahrungsaustausch unter Züchtern über Symptome und
der von den Züchtern unternommene Vergleich von Ahnentafeln schon die Erkenntnis gebracht hatte, dass EFS vererbt wird.
Sicher ist es - neben den Fortschritten der Medizin- und der DNA-Forschung - auch diesem engagierten Züchtereinsatz zu verdanken, dass die Arbeiten in diesem Jahr mit der Entwicklung eines
DNA-Testes ein so segensreiches Ergebnis gefunden haben. Segensreich, weil durch diesen Test verhindert werden kann, dass Cavaliere geboren werden, die unter
den dramatischen Symtomen des EFS leiden müssen.
Barbara Reese hat durch ihr Engagement demonstriert, wie Offenheit unter Züchtern und konstruktive Zusammenarbeit, in die Züchterwissen und Forscherkenntnis gleichermaßen einfließen, zu einem glücklichen Ende führen können.
Wäre bei Verleugnen von Symptomen und Krankheit, bei mangelnder Ehrlichkeit der Züchter untereinander, bei ausbleibender Unterstützung der Forscher in ihrer Arbeit - könnten doch ihre Studien nur ihrer persönlichen Profilierung als Wissenschaftler geschuldet sein - ein solches Ergebnis zu diesem Zeitpunkt erreichbar gewesen?
Barbara Reese hat ihr Engagement aber nicht "nur" darauf ausgerichtet, ihre Züchter-Kollegen für die Symptome dieser Krankheit zu sensibilisieren und durch Blutproben betroffener Hunde die Forscher bei der Klärung des Erbgangs zu unterstützen, ihr lag auch am Herzen, betroffenen Hunden und ihren Menschen ganz konkret zu helfen und Ansprechpartner für sie zu sein.
Nur das kann der Hintergrund dafür sein, dass sie mit Züchterfreunden DAS Informationsportal für EFS ins Internet gestellt hat.
Im englischen Züchterforum können alle die Beiträge von Barbara Reese lesen. Ich erinnere speziell interessante Sätze über Amice Pitt oder auch über Pam Turle's "Tudor Hounds".
Es passt zu dem Bild, das man sich nach dem Lesen von dieser großen und engagierten Cavalierfreundin und -züchterin macht, wenn in dem Forum zu erfahren ist, dass sie sich auch um Cavaliere in Not bemüht, ihnen ein Zuhause bietet und ihre Liebe schenkt. Barbara Reese, eine außergewöhnlich engagierte Züchterin mit einem großen Herzen für Cavaliere!