Einmal Cavalier-immer Cavalier?

© Rena V. Gellert Frido

 

 

Cavaliere werden in Hundebüchern als freundliche und sanfte Hunde beschrieben, die ihren Menschen liebevoll zugewandt sind. Auf Homepages von Cavalierfreunden kann man lesen, dass ein Cavalier "ein Herz auf 4 Pfoten" ist. Noch poetischer formulieren es manche Cavalierliebhaber, wenn sie Cavaliere als Engel bezeichnen, die ihre Flügel wohl nur für die Zeit ablegen, in der sie der "Schatten ihrer Menschen" sind.

Wie auch immer über Cavaliere geschrieben und gesprochen wird, sie sind die idealen und liebsten Gefährten für Menschen, die einen anschmiegsamen Hund suchen, mit dem sie auch sportliche Unternehmungen starten können.

 

Über Verhaltensprobleme wie etwa Aggressivität wird man bei Cavalieren kaum etwas hören können, weil es absolut untypisch für sie ist. Auch wenn Cavaliere wie alle anderen Hunde erzogen werden müssen, machen sie es ihren Menschen leicht, weil sie von sich aus gefallen und alles "richtig" machen wollen.

 

Manchmal wird geschrieben, dass Hunde den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, bei Cavalieren trifft es in jedem Fall zu! Auch in der heutigen - leider eher  "hundefeindlichen" - Zeit erlebt man als "Cavaliermensch" bei Begegnungen mit "Menschen ohne Hund" meist freundliche Reaktionen.

Wer auch hierbei einen Nachteil suchen möchte, kann ihn höchstens darin sehen, dass er seinen Hund manchmal vor all den Händen schützen muss, die ihn sofort streicheln wollen.

 

Eigentlich sollte man sowieso keinen Hund vor einem Geschäft anbinden und auch nur für die Zeit eines kurzen Einkaufs unbeobachtet lassen, bei einem Cavalier verbietet es sich aus meiner Sicht ganz. Zu groß wäre die Gefahr, dass er entführt oder "gestohlen" wird. Cavaliere, weil sie selber so lieb und "harmlos" sind, vertrauen den Menschen und erwarten auch von ihnen nichts Schlechtes. Abgesehen von einzelnen zurückhaltenden Vertretern - mein Jasper ist einer von ihnen - würden die meisten Cavaliere auch mit einem Fremden, wenn er sie freundlich anspricht und streichelt, begeistert mitlaufen.

 

Cavalierfreunde, die Agility und Dogdancing betreiben, schwärmen wieviel Spaß Hund und Mensch beim gemeinsamen Sport erleben. Kinder, wenn sie im Umgang mit Hunden von ihren Eltern angeleitet und überwacht werden, können mit einem Cavalier die erste traumhafte Hundeliebe erleben. Auch ältere Menschen beobachten, dass Cavaliere sich ideal in ihr Leben einfügen. Bei Urlaubsreisen ist ein Cavalier  als "lieber Hund" in vielen Hotels ein gern gesehener Gast.

 

Kurz: Cavaliere sind kleine Traumhunde!

 

Wer einmal das Glück hatte, sein Leben mit einem Cavalier teilen zu können, wird sich immer einen Cavalier an seiner Seite wünschen. Wenn die Lebensumstände eine "Hundehaltung" zulassen und sich dann tatsächlich die Frage stellt, kommen jedoch leider viele Cavalierliebhaber in trauriges Grübeln...

 

Im Cavalier-Talk Forum treffen sich Cavalierfreunde aus aller Welt, um über ihre Liebe zum Cavalier zu schreiben, über ihr Leben mit Cavalieren zu sprechen, Erlebnisse auszutauschen, aber leider auch um über Erfahrungen im Leben mit Herzkrankheit und Syringomyelie zu berichten. 

 

Es finden sich dort Threads in denen die Frage gestellt wird, ob man sich nach traurigen Krankheitserfahrungen wieder für einen Cavalier entscheiden könnte oder auch, ob die hohen Krankheitskosten ohne eine Tier-Krankenversicherung überhaupt zu leisten sind. Die Kosten für Untersuchungen, Medikamente, Operationen usw. können einem deutschen Cavalierfreund (hier ist der Abschluss einer Tier-Krankenversicherungen -bisher?- nicht so üblich wie in England oder Amerika) nur Angst machen.

Die Vorstellung, seinem Hund im Krankheitsfall aus finanziellen Gründen vielleicht nicht die bestmögliche medizinische Behandlung bieten und helfen zu können, ist unendlich traurig und erschreckend.

 

Im Forum von Karlin Lillington schreiben Cavalier-begeisterte Menschen, die sich - viele aus schmerzhafter persönlicher Erfahrung - sehr mit Gesundheitsthemen beschäftigen und interessiert Veröffentlichungen zu Forschungsergebnissen verfolgen und darüber berichten.

Immer wieder wird versucht, Cavalierinteressenten aufzuklären, nicht nur über den Umgang mit einem kranken Cavalier und über Behandlungsmöglichkeiten, sondern auch über die wichtigsten Kriterien für die Suche nach einem verantwortungsbewussten Züchter, der die Gesundheitsvorgaben der medizinischen Experten bei seiner Zuchtplanung auch tatsächlich berücksichtigt.

 

Einmal Cavalier - Immer Cavalier?

 

Ich bin froh, dass ich jetzt nicht vor solch einer Entscheidung stehe.
Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich weiß heute nicht, wie diese Entscheidung ausfallen würde.

 

Eines weiss ich sicher:

Ich würde es kaum aushalten, mich "sehenden Auges" und im Bewusstsein eines hohen Risikos in einen Hund verliebt zu haben, der irgendwann unter einer schweren Erbkrankheit leidet, weil nicht alles(!) nach dem "aktuellen Stand der Wissenschaft und Forschung" unternommen wurde, um dieses Elend zu verhindern oder wenigstens das Risiko dieses Leidens zu minimieren.