Episodic Falling Syndrome (EFS)
© Kerstin Sch. Maggie und Noa
Bei "Episodic Falling" handelt es sich um eine Erkrankung, die bisher nur beim Cavalier beobachtet wurde.
Laut Aussagen von Prof. Penderis (Universität Glasgow), der mit der Erforschung dieser Erkrankung befasst ist, kommt sie beim Cavalier relativ häufig vor, wenn auch zum Glück nur selten dramatische Symptome beobachtet werden.
Die Krankheit äußert sich durch vorübergehend/episodisch auftretende Bewegungsstörungen. Es kann vorkommen, dass der Bewegungsablauf beim Gehen "einfriert" und der Hund unfähig ist, die Füße voreinander zu setzen, dabei hält er den Kopf gesenkt oder zu einer Seite gedreht. Ein anderes Symptom ist das Umfallen (Falling) des Hundes begleitet von Krämpfen der Gliedmaßen. Der Hund ist während eines solchen Anfalls nicht in der Lage seine Bewegungen zu kontrollieren bzw. bewusst zu steuern.
Es können auch Krämpfe der Gesichtsmuskulatur auftreten, die - wie auch die übrigen Erscheinungen - auf den Beobachter sehr beängstigend wirken. Besonders wichtig ist es, die eigene Aufregung in diesem Moment zu "unterdrücken" und beruhigend auf den Hund einzuwirken.
Anders als bei epileptischen Anfällen, mit denen die Symptome mitunter verwechselt werden (können), ist der Hund während der "Episode" nämlich bei vollem Bewusstsein und nimmt seine Umwelt wahr.
Je nach Schwere und Dauer des Anfalls ist der Hund danach sofort wieder völlig "normal", kann aber auch ermüdet sein und ein ausgesprochenes Ruhebedürfnis zeigen.
Es ist nicht bekannt, ob Hunde bei den Anfällen selber - zum Beispiel bei häufig auftretenden Anfällen oder lang andauernden "Episoden" - oder auch in den "Zwischenintervallen" unter Schmerzen leiden.
Die englische Cavalier-Züchterin Barbara Reese hat zusammen mit drei anderen langjährigen Züchterinnen, die alle schon seit vielen Jahren diese Symptome beobachtet haben und intensiv die Forschung unterstützen, ein umfassendes Informationsportal http://cavalierepisodicfalling.com/first.html eingerichtet.
Hier werden die Symptome der Krankheit ebenso wie Behandlungsmöglichkeiten und aktuelle Forschungsergebnisse erläutert. Außerdem bieten sie für Menschen mit betroffenen Hunden die Rat suchen eine Kontaktmöglichkeit - incl. Telefonnummern -.
Barbara Reese schildert auf diesen Seiten auch die Geschichte ihrer Gracie. Bei dieser Hündin hatte sie die Symptome erstmals erlebt und mit ihr durchlitten. Wie die Liebhaberin Carol Fowler bei der Syringomyelie engagiert sich Barbara Reese seit einigen Jahrzehnten im Gedenken an ihre Gracie mit aller Kraft und Liebe bei der Erforschung dieser Krankheit.
Im Internet finden sich schockierende Videos von Welpen, die im Spiel aus heiterem Himmel umfallen, krampfartig mit den Beinen zucken und bei dem Versuch sich aufzurichten wieder auf den Boden sinken
http://www.youtube.com/results?search_query=cavalier+episodic+falling&search_type=&aq=-1&oq .
Beobachtet wurde, dass die Symptome - ähnlich wie bei symptomatischer Syringomyelie - bei Aufregung, Hitze und Stress häufiger auftreten.
Die Krankheit tritt vorwiegend bei jungen Hunden bis zum 5. Lebensmonat auf, kann aber auch in höherem Alter erstmals zu Symptomen führen.
Das Krankheitsbild selber ist - weil es zum Glück "bei uns" auch nicht häufig auftritt - vielen nicht bekannt.
Umso wichtiger, dass sich auch Liebhaber informieren und davon gehört haben.
Nicht, um in Angst zu verfallen und ihren Hund nur noch zu beobachten, sondern um beim Auftreten von Symptomen direkt den richtigen Fachmann und Veterinär-Neurologen anzusprechen.