Erb-Krankheiten
© Rena V. Gellert Frido
Neben Infektionen, Verletzungen oder Unfällen, die jedes Lebewesen im Laufe seines Lebens erleiden kann, und die eine ärztliche Behandlung, Medikamente und vielleicht chirugische Eingriffe erforderlich machen, sind bei Hunden auch diverse Krankheiten bekannt, die "typisch" für ihre Rasse sind.
Typisch heißt nicht, dass jeder Rassevertreter betroffen sein muss oder dass nur ein Hund dieser Rasse darunter leiden kann, es bedeutet, dass die spezielle Erkrankung häufiger bei Hunden einer speziellen Rasse auftritt.
Manche körperlichen "Schwachstellen" sind schon am äußeren Erscheinungsbild der Hunderasse festzumachen.
Bei einem Hund mit überlangem Rücken, einem mit langen und schweren, dicht behaarten Hängeohren, vielleicht vorstehenden Augen usw. usw. wird jeder vermuten, dass hierdurch bestimmte Probleme eher auftreten können als bei einem Hund, der diese Merkmale nicht so ausgeprägt zeigt. Bei vielen dieser "Schwachstellen" wird der Hundehalter durch angepasste Haltung, Bewegung, Ernährung oder auch Pflege einem Auftreten von Problemen vorbeugen können.
Abgesehen davon gibt es aber auch "rassetypische" Krankheiten, mit denen ein Hund geboren wird. Diese können sofort oder später sichtbar werden. Das können Skeletterkrankungen sein, wie etwa Probleme mit der Patella, den Hüft- und Ellenbogengelenken. Probleme können "rassetypisch" mit Krankheiten der inneren Organe wie z. B. Herzfehler auftreten. Neurologsiche Erkrankungen können vorkommen wie z. B. die Syringomyelie, die Epilepsie, Espisodic Falling etc..
Erkrankungen, bei denen vielleicht nur der Zeitpunkt des Auftretens und die Ausprägung der Beschwerden von äußeren Faktoren (Immunlage, Konstitution, Unfälle usw.) beeinflusst wird.
Bei einem Auftreten von solchen Erkrankungen ist es Aufgabe verantwortungsvoller Zucht, Forschungsergebnisse zum Erbgang bei der Zuchtplanung zu berücksichtigen.
Einmal mehr ein Grund, weshalb jeder Züchter verpflichtet sein sollte, sich ständig fortzubilden und zu informieren.
Züchter, Vereine und Verbände sollten über alle sonst trennenden Grenzen hinweg Strategien entwickeln, um Hunden Leid und Schmerzen zu ersparen.
Vielleicht ist es leicht gesagt, wenn man als Außenstehender in Vereins- und Verbandsgeschichten nicht involviert ist... als "einfacher" Hundehalter hofft man eben immer, dass es auch den Züchtern "nur" um die Gesundheit der Hunde geht!
Als Interessent für eine bestimmte Hunderasse sollte man sich über "typische" Erkrankungen und - soweit es für medizinische Laien geht - über den Stand der aktuell möglichen Gegenmaßnahmen informieren.
Dieses Wissen sollte es erleichtern, "seinen" Züchter zu finden!