Gehorsam
© Rena V. Gellert Frido und Molly
Die Erziehung meiner Jungs beschränkt sich - und das bekenne ich ohne schlechtes Gefühl - auf das, was Hund und Mensch brauchen, um glücklich miteinander zu leben und sich ein gutes Auskommen mit den Nachbarn zu bewahren.
Von den üblichen "Hunde-Kommandos" beherrschen die Jungs "Komm" und "Sitz", meistens jedenfalls:-) . Beides halte ich sowohl im normalen Alltag für wichtig als auch für bestens geeignet, um alle möglichen "Gefahrensituationen" zu meistern.
Außer diesen Kommandos befolgen meine Jungs (meist :-) ) unendlich viele andere "Befehle", die sich - als Worte gesprochen oder als Handbewegung angedeutet - in unserem normalen Alltag ergeben.
Wichtige Worte sind für uns auch "Nein" und "jetzt ist Schluss".
Meine Jungs haben mir inzwischen jedoch beigebracht, dass es häufig klüger sein wird, eine Handlung nicht durch diese "negativen" Befehle abbrechen zu wollen, sondern sie stattdessen zu einer anderen Aktion aufzufordern, die sich mit der Ursprungsaktion nicht vereinbaren lässt.
Welcher Hund kann schließlich bellen, während er ein Spielzeug im Mund trägt?
Sehr überrascht hat mich Ceddy vor einigen Tagen.
Er, der mit gut 1 1/2 Jahren von Zeit zu Zeit noch "Welpengehabe" an den Tag legt und von mir durch "jetzt ist Schluss" zum Aufhören aufgefordert wird. Manchmal folgt er, dann wieder scheint er die Bedeutung der Worte nicht zu kennen, zumindest für den Moment völlig vergessen zu haben.
Jasper hatte eine extreme Schmuseanwandlung und wollte mir unbedingt das Gesicht lecken. Ich wollte es in dem Moment nicht und als Streicheln und das Werfen eines Spielzeugs zur Ablenkung nichts brachten, sagte ich Jasper, dass jetzt "Schluss ist".
Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, stand Ceddy, der ein paar Meter entfernt gelegen und sich das Schauspiel angesehen hatte, auf, setzte sich zwischen Jasper und mich und sah Jasper mit einem ganz speziellen Blick an. Kein Knurren war zu hören, keine Bewegung der Lefzen war für mich wahrnehmbar..nichts zu bemerken... außer, dass Ceddy Jasper ganz intensiv angesehen hat.
Jasper reagierte - für mich ganz überraschend - sofort und entfernte sich ein paar Schritte.
Ceddy hatte erreicht was er wollte und legte sich auch wieder hin.
Kurze Zeit später wiederholte sich das Spiel, das ich anfänglich natürlich für einen Zufall gehalten hatte.
Jasper reagierte nicht auf meine Worte und hörte erst auf als Ceddy wieder gekommen ist, um durch seinen Blick ganz offensichtlich meinem Befehl Nachdruck zu verleihen.
Ceddy hat mir damit ein für alle Male bewiesen, dass er mich ganz genau versteht... nur manchmal eben nicht so will wie ich.
Und... er hat mir gezeigt, dass ich noch besser lernen muss, Jasper und ihm meine "Wünsche" so eindringlich und deutlich zu zeigen, dass beide Jungs mir folgen.