Englische Bulldoggen
"Bulldogs in Geschichte und Gegenwart"
Christoph Jung
Kynos Verlag
Neu! ISBN 978-3-942335-13-3
In diesen Tagen ist im Kynos Verlag eine neue große Rasse-Monographie über "Bulldogs in Geschichte und Gegenwart" erschienen.
Autor dieses umfassenden und liebevoll mit sehr schönen - teilweise historischen - Illustrationen, Zeichnungen und Fotografien bebilderten Buches ist Chrisoph Jung, Initiator des Dortmunder Appells, der den meisten kritischen Hundefreunden auch durch sein "Schwarzbuch Hund" bekannt sein dürfte.
Ich kenne ein paar englische Bulldoggen, die ich regelmäßig bei meinen Spaziergängen treffe und die ich in der Kürze der Begegnungen immer als große Hundepersönlichkeiten erlebt habe. Schon äußerlich sind die einzelnen Vertreter dieser Rasse durch die individuelle Zeichnung in ihren Gesichtern ganz unverwechselbar in ihrem Ausdruck. Der rollende Bewegungsablauf ihrer massigen Körper ist beeindruckend. Ich sehe, wie diese auffallenden Hunde neben ihren Menschen durch den Park schreiten. "Spazieren" oder einfach nur "gehen" wäre nicht die treffende Wortwahl und die Würde, die in ihrer Bewegung liegt, wäre nicht angemessen beschrieben. Meine beiden Jungs, die eigentlich kräftige Cavalier-Vertreter sind, wirken neben den Bulldogs klein und zerbrechlich und trotzdem habe ich bei den Begegnungen mit ihren großen englischen "Brüdern" keine Bedenken, erlebe ich doch immer wieder wie sich diese kraftvollen Hunde zurücknehmen und vorsichtig auf meine "Kleinen" zugehen.
Weil ich die Texte von Christoph Jung gerne lese, immer wieder daraus lernen kann und mich über seine klare Sprache freue, habe ich mir dieses Buch gekauft. Dass ich von einem Kenner mehr über Bulldoggen erfahren wollte und mich für die Persönlichkeit dieser besonderen Hunde interessiere, brauche ich gegenüber den aufmerksamen Lesern meiner Seiten nicht zu betonen.
Die lange Geschichte der Bulldogs, die immerhin ein britisches Nationalsymbol verkörpern, ist mindestens ebenso beeindruckend wie diese Hunde selber.
Das Buch wäre kein typisches Jung-Buch wenn nicht auch kritische Bemerkungen zu Standard-, Zucht- und Gesundheitsfragen thematisiert würden und seine Sorge um die Gesundheit und das gutartige Bulldog-Wesen zum Ausdruck käme.
Beispielhaft zu nennen sind die Hinweise auf die hohe Rate von "Schnittgeburten", traurige Deckpraktiken und auch die mahnende Bitte eines großen Rasseliebhabers Standardänderungen anzustreben, um Herz- Atem- und anderen Gesundheitsproblemen dieser besonderen Hunde entgegen zu wirken.
In seinem Petwatch-Blog hat Christoph Jung bei der Vorstellung seines Buches geschrieben:
...Das eigentliche Problem war, dass es eine Werbung für diese so wunderbaren Hunde werden sollte - aber ohne Beschönigungen. Gerade wenn man die Hunde liebt, muss man Missstände schonungslos aufdecken und eine Änderung derselben zum Wohle der Hunde einfordern. Ob das gelungen ist, muss der Leser entscheiden....
Auch wenn ich Cavalieren treu bleiben werde, weil sie die Hunde sind, die mir besonders am Herzen liegen und einfach "meine Hunde" sind, begeistert dieses Buch für eine Hunderasse, die es verdient hat, dass mehr für ihre Gesundheit getan wird.
Als Leserin habe ich somit entschieden, es IST gelungen!
Ich habe dieses Buch mit großem Interesse und viel Freude gelesen und werde mich mit den Kapiteln über die Geschichte und den Standard der Bulldogs noch genauer beschäftigen, natürlich ist mir klar geworden, wie wenig ich - auch als sehr interessierte Hundefreundin - über diese Rasse weiß.
Ich kenne Aufsätze und das Schwarzbuch von Christoph Jung und die eindeutige Sprache mit der er Kritik vorbringt und kompromisslos für das Wohl unserer Hunde eintritt. In diesem Buch findet eine andere Facette des Hundefreundes Jung ganz breiten Raum und so schreibt er eine besondere Liebeserklärung an SEINE Hunderasse.
Bei der Beantwortung der Frage, ob Bulldoggen schwimmen können, fühlte ich mich an Bilder aus der Agatha Christie Verfilmung "Das Böse unter der Sonne" erinnert. Jene Szene, in der Hercules Poirot – genial verkörpert durch Sir Peter Ustinov – bekleidet mit einem blau-weiß geringelten Schwimmanzug in knöcheltiefem Wasser stehend mit den Armen weit ausholende Schwimmbewegungen vollzieht, um danach - gestählt durch diese körperliche Ertüchtigung - zurück "an Land" zu gehen.
Die Beschreibung einer Bulldoglady, deren Glück beim Tragen einer Halskette nur übertroffen wird durch die Freude über Komlimente wegen ihres Schmucks, erinnern mich an eine Begegnung, die ich als Jugendliche mit einer stolzen Basset-Hound-Hündin hatte.
Diese Hündin nahm in ihrer Familie eine ganz besondere Stellung ein, hatte sie doch im Wohnzimmer einen eigenen Sessel, in dem sie Platz nahm, um gemeinsam mit ihrer Familie einen Fernsehabend zu verbringen. Sie war - auch in der damaligen Zeit der "Hush-Puppy-Mode" - ein außergewöhnlicher Hund und trug den Namen Aphrodite. Den Stolz, den die Bulldog-Lady beim Lob ihrer Kette empfindet, erlebte Aphrodite bei den einfachen Worten "Aphrodite, Du bist schön". Beim Lesen in dem Bulldogg-Buch habe ich mich an dieses lange zurück liegende Erlebnis mit einem ganz speziellen Hund erinnert.
Es dürfte kein Zufall sein, dass meine Assoziationen mit Agatha Christie, Sir Peter Ustinov und Basset-Hound-Lady in eine "ur-britische" Richtung gehen. Es wird eher daran liegen, dass Christoph Jungs Buch über die "Bulldogs" nicht nur eine beispielhafte Informationsfülle bietet, sondern auch so fesselnd geschrieben ist, dass es den Leser in die Welt der britischen Bulldogs eintauchen lässt.