Forum

© Rena V. Gellert Frido

 

 

Im Internet können Interessierte zu allen nur denkbaren Themen Foren finden.  

 

Auch "rund um den Hund"  treffen sich Menschen in zahllosen Foren. Sie tauschen sich aus über Haltung, Erziehung, Gesundheit, Rechts- und Ernährungsfragen.

 

Es gibt Foren für Liebhaber und/oder Züchter einer Rasse, Tierschutzforen, Foren für Halter behinderter Hunde, für Halter von Hunden mit verschiedenen Krankheiten, Kleinhundehalter oder für die Halter großer Hunde, Foren, die sich mit einem ganz speziellen Thema z. B. der Gesundheit beschäftigen, Foren von Zuchtverbänden usw..

 

Je nach Größe des Forums geht es mehr oder minder anonym oder menschlich herzlich zu, werden auch manchmal Treffen geplant, um sich "im wirklichen Leben" kennen zu lernen.

 

Neben Rubriken zu Sachthemen finden sich in den meisten Foren auch "Plauderbereiche", in denen ein Austausch zu allgemeinen und z. T. recht persönlichen Themen möglich ist.

 

Ein Vorteil dieser Foren besteht darin, dass ein Wissens- und Meinungsaustausch mit Menschen entsteht, denen man sonst vielleicht nie begegnet wäre.  

Die gemeinsame "Liebe zum Hund", das gemeinsame Interesse oder auch die gemeinsame Sorge bringt Menschen aller nur denkbaren Alters- und Berufsgruppen zueinander.  

Bei seriösen Diskussionen lernt man Meinungen und Sichtweisen kennen, die völlig neu und überzeugend, manchmal auch eine große Hilfe sein können.

 

 

Neben den bei der Registrierung zu akzeptierenden Forumsregeln muss sich ein Neuling klar darüber sein, dass die virtuelle Kommunikation mit anderen Menschen, die man nicht "wirklich" kennt, ganz eigenen Regeln unterliegt.

 

In einem "schriftlichen Gespräch" hört man nicht den Tonfall, sieht nicht das ironische Augenzwinkern oder das "Rotwerden" eines betroffenen Gesprächspartners.

Um dieses Defizit etwas auszugleichen, wird auch ein seriöser Erwachsener schnell und reichlich Gebrauch von den bunten runden "smilies" machen, die im ersten Moment auf den Neuling wie kindliche Spielerei wirken. Solange die smilies die Intention des Schreibers verdeutlichen, sind sie gern gesehen, ein "Zuviel" oder auch ein Setzen am falschen Platz bewirkt jedoch genau das Gegenteil.

Das Schreiben eines Beitrags mit ausschließlicher Verwendung von Großbuchstaben gilt als "Schreien" und auch das mehrfache Setzen von Ausrufezeichen wird nicht in jedem Kontext positiv aufgenommen.

 

Wo Menschen und Meinungen aufeinander treffen, kann es je nach Thema und auch Temperament der Beteiligten zu mehr oder minder heftigen verbalen Attacken kommen. Darum gibt es in jedem Forum "Moderatoren", die darauf achten, dass Regeln eingehalten werden, dass die User fair miteinander umgehen und auch die  Beiträge zum Thema des Threads passen.

 

 

 

© Rena V. Gellert Frido und Molly

Obwohl sich Beteiligte bei einem Streitthema einfach zurückziehen und für ein paar Stunden nichts entgegnen könnten - wer kann "im wirklichen Leben" bei einer Auseinandersetzung schon mal "eine Nacht drüber" schlafen bevor er antwortet? - geschieht manchmal genau das Gegenteil und es kommt zu einem wüsten Schlagabtausch mit Worten.

 

Schreibt man erst länger in einem Forum, wird man erkennen, dass es - wie im wirklichen Leben auch - Gruppenbildung gibt, dass die Menschen auch in einem Forum als Meinungsführer, Mitläufer, Liebe, Unfreundliche, Intriganten, Kluge, Tumbe oder notorische Besserwisser und auch als ewige Missionare auftreten.

 

Man wird merken, dass es die Vielschreiber gibt, die zu allem und jedem etwas antworten und diejenigen, die nur auf Beiträge ihrer "Freunde" antworten oder vielleicht auf die von "Neulingen", die sie zu ihren Anhängern machen möchten.

 

Zumindest nutzen einige User die Möglichkeit, durch Antworten oder Schweigen ihre Sympathien auszudrücken. Man wird feststellen, dass neben der "offenen Forums-Diskussion" auch ein großer Teil des Meinungsaustauschs - manchmal richtige "Stimmungsmache" - durch Mail-Kontakt oder die Unterhaltung per PN (Privatnachricht) abläuft. Spätestens dann wird man als aufmerksamer "Unwissender" darauf gestoßen, wenn sich Forums-Beiträge nur so verstehen und interpretieren lassen, dass einfach eine "Nebendiskussion" oder die "Verabredung einer gemeinsamen Strategie" auf einer anderen Ebene "hinter den Kulissen" stattgefunden haben muss.

 

Ich habe einige Jahre in diversen Foren geschrieben. In dieser Zeit habe ich mehrfach erlebt, dass Foren sich regelrecht spalten und die Abtrünnigen eine Art "Konkurrenzforum" mit gleichem Thema, aber unterschiedlicher "Ausrichtung" oder "Gesinnung" gründen.  

 

Ähnlich ist es wohl auch schon oft bei der Neu-Gründung von Hundezuchtvereinen abgelaufen.

 

Nach einer solchen Spaltung ist zu beobachten, dass für eine Weile das Feindbild des anderen Forums im eigenen Lager für Frieden und Solidarität sorgt.  

 

Die Erinnerung an gemeinsame Verletzungen und das gemeinsame "Lecken der Wunden" schweißt auf eine ganz besondere Art zusammen.

Jedoch scheint eine gewisse Gesetzmäßigkeit zu bestehen, die es sehr schwer macht, dauerhaft und friedlich als Gruppe zusammen zu bleiben.  

Ist erst das gemeinsame "Feindbild" etwas in Vergessenheit geraten,  treten in den vor einer Weile "gereinigten" Foren wieder andere Strömungen und Meinungsdifferenzen auf, die früher oder später einen kleinen oder größeren Wechsel nach sich ziehen werden.

 

Neben den normalen Sympathien und dem "einfach-nicht-mögen", das jeder Mensch kennt, sollte man sich bei einem Forum klar darüber sein, dass es ein "Gruppenleben" gibt, das manchmal etwas an die speziellen Eigenarten des "Vereinslebens" erinnert.

Das ist wichtig zu wissen, damit man anfangs nichts Falsches erwartet und sich dadurch vielleicht auch Enttäuschungen erspart.

 

Foren bieten bei allen Schwächen natürlich auch eine enorme Informationsquelle, man muss wissen, ob man sich darauf einlässt.

 

Die meisten Foren offerieren einen Gastbereich, in dem man als Besucher mitlesen, teilweise auch etwas schreiben kann. Vielleicht findet sich auf diesem Weg ein Forum, das mit Inhalten, Umgangston und Niveau anspricht und zu "passen" scheint...