Menschen mit und ohne Hund
© Rena V. Gellert Frido
Kennen Sie das, wenn Sie spät abends auf der Straße gehen, hinter sich Schritte hören, aber im Dunkeln nur eine Gestalt erkennen können, die hinter Ihnen geht und manchmal- scheinbar unmotiviert - stehen bleibt, um gleich darauf wieder schneller weiter zu gehen und Ihnen zu folgen? Sie fühlen ungutes Herzklopfen, sind ängstlich und beunruhigt... bis Sie endlich erleichtert bemerken, dass dieser Verfolger nur mit seinem Hund an der Leine die letzte Abend-Runde dreht.
Die Gedanken an eine mögliche Gefahr sind sofort verflogen, weil Sie eine Bedrohung gesehen haben, die - warum auch immer - von einem Hundemenschen SO nicht auszugehen scheint.
Kennen Sie es, wenn Sie mit Ihrem Hund unterwegs sind, dass fremde Menschen Sie ansprechen, etwas über Ihren Hund sagen, Ihnen Fragen stellen oder anfangen, von ihrem eigenen Hund zu erzählen? Ich habe es schon öfter erlebt, dass ich von Menschen - ich würde schwören, dass ich ihnen nie zuvor begegnet bin - angesprochen wurde, warum ich diesmal ohne Hunde unterwegs bin, ob alles in Ordnung sei oder sie stellen fest, dass der Kleine (sie meinen Ceddy :-)) ) genauso groß wie der andere (mein Jasper :-)) ) geworden ist, und sie das nicht erwartet hätten.
Viele Menschen scheinen eine Hemmschwelle, die vom Ansprechen Fremder abhält, eher zu überwinden, wenn sie einem Hundehalter begegnen.
Das ist für den Hundemenschen einerseits sehr erfreulich, weil es positive Kontakte ermöglicht, andererseits - und das ist die berühmte Kehrseite der Medaille - fühlen sich bestimmte Bürger auch schnell zum Hilfspolizisten berufen und empfinden keinerlei Scheu, einen Hundehalter für gezeigtes oder auch nur vermutetes Fehlverhalten anzuklagen.
Ich bin schon öfter - gerade dabei mich zu bücken, um die "Hinterlassenschaft" der Jungs aufzusammeln - von solchermaßen ambitionierten Zeitgenossen darauf aufmerksam gemacht worden, dass das Hinterlassen von Hundekot eine Ordnungswidrigkeit darstelle, die mit einer erheblichen Geldstrafe geahndet werde.
Wenn ich dann erkläre, womit ich gerade beschäftigt war, entlädt sich meist eine Schimpfsalve über DIE Hundehalter; selten mal zeigt einer dieser selbsternannten Hilfssheriffs die einzig richtige Reaktion, mich für seine falsche Vermutung um Entschuldigung zu bitten.
Es ist bemerkenswert, dass Hunde und ihre Menschen bei den allermeisten Menschen sofort Emotionen - gute wie schlechte - auslösen und diese dann auch unverhohlen gezeigt werden.
Über die Tatsache, dass die Menschen oft Bilder und Vorurteile im Kopf haben, die sie mit bestimmten Hunderassen verbinden und die sie dann auch auf deren Menschen übertragen, werde ich bestimmt auch einmal etwas schreiben...