Pedigree Dogs Exposed (PDE) II
© Rena V. Gellert Molly
Im Jahr 2008 wurde die Reportage der britischen Dokumentarfilmerin Jemima Harrison erstmals von der BBC ausgestrahlt. In diesem einstündigen Bericht, für dessen Produktion zwei Jahre benötigt wurden, werden Details über die Zucht und die Gesundheit von Rassehunden aufgedeckt, die die Menschen in Großbritannien und weit darüber hinaus mit Traurigkeit, Entsetzen und tiefer Abscheu erfüllten und deren Bilder nachhaltig belasten.
In diesem hervorragenden Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Pedigree_Dogs_Exposed#cite_note-14 sind sowohl die Inhalte der Dokumentation als auch die Konsequenzen, die sich daraus ergeben haben, umfassend dargestellt.
Wie sehr diese "Enthüllung" die Menschen aufgerüttelt hat und welcher Klärungsbedarf entstanden ist, wird durch Gutachten über die Situation der Hunde, durch staatliche Untersuchungsausschüsse
und durch die Revision aller Rassestandards durch den Kennel Club und anderes deutlich.
Wie sehr andererseits "das System" in seinen gewachsenen Strukturen verharrt, musste Margaret Carter nach ihrem Interview in der Dokumentation "am eigenen
Leib" erfahren.
All das - bis hin zu finanziellen Konsequenzen durch das Zurückziehen von Sponsoren für die Crufts - wird in dem Wikipedia-Artikel erwähnt.
Jemima Harrison betreibt einen Blog, auf den ich in meinen Linktipps hinweise. Sie berichtet dort fortlaufend über die unverändert dramatische Situation der
Hunde.
Übrigens hatte ihr Beitrag über die WDR-Sendung zum Toller eine sehr interessante Diskussion mit zahllosen Kommentaren ausgelöst http://pedigreedogsexposed.blogspot.com/2011/08/will-this-toller-x-litter-save-breed.html.
Am 12. Januar 2012 schreibt sie über ihre Arbeit an PDE II http://pedigreedogsexposed.blogspot.com/2012/01/first-cut-is-hardest.html.
Interessierte werden in den Kommentaren lesen, wie kontrovers noch immer über PDE diskutiert wird. Dabei sollten doch die Ergebnisse der Überprüfungen der Filminhalte auch "den Letzten" von der
Seriösität und Richtigkeit der "Botschaft" dieser Dokumentation überzeugt haben.
Die britische Medienaufsicht Ofcom (Office of Communications) war zahlreichen Beschwerden nachgegangen und hatte lediglich in einem Punkt den Beschwerdeführern Recht gegeben.
Es wurde nämlich festgestellt, dass in der TV-Produktion dem Kennel Club nicht ausreichend Gelegenheit zu einer Gegendarstellung gegeben worden sei.
Danach "verwundert" es, wenn Jemima Harrison jetzt berichtet, dass im Rahmen dieser zweiten PDE Produktion kein Vertreter des Kennel Clubs an einem Gespräch teilnehmen wollte und auch die zunächst angekündigte Bereitschaft zu einer schriftlichen Stellungnahme letztendlich zurückgezogen wurde.
PDE I wurde rund um die Welt in vielen Ländern gezeigt und löste immer Diskussionen darüber aus, welche Details sich auf die Gesundheit der Hunde im eigenen Land übertragen lassen.
Wenn man bedenkt, dass Hunde im- und exportiert werden und international zum Zuchteinsatz kommen - nicht nur unsere Cavaliere aus ihrem "Mutterland" -, dann fragt man sich ernsthaft, warum
ausgerechnet die Krankheiten der Hunde von einer Landes- oder Staatsgrenze aufgehalten werden sollten, ein Grenzübertritt verändert doch die Gene nicht.
Die in meinen Aufsätzen über MVD und SM genannten Zahlen zeigen dann auch, dass internationale Studien eben leider keine großen Unterschiede ergeben.
Im deutschen Fernsehen wurde PDE nicht gesendet, eine deutsche Fassung, die vom Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde, kann hier angesehen werden http://www.myspace.com/video/petwatch-co/pedigree-dogs-exposed-deutsch-1-4/104026540 .
Ich hoffe, dass in PDE II neben aller Kritik auch über positive Veränderungen berichtet werden kann. Natürlich hoffe ich auch, dass wir diese Sendung dann im deutschen Fernsehen "zur besten Sendezeit" ansehen und in breiter Öffentlichkeit darüber diskutieren können.