Biohund - Ein Plädoyer

Dr. Helmuth Wachtel

© Rena V. Gellert Frido

 

 

Die meisten Hundefreunde, die sich kritisch mit Fragen der Rassehundezucht auseinandersetzen, werden den Aufsatz "Biohund" von Dr. Helmuth Wachtel kennen.

 

Auf der Petwatch Seite ist eine im April 2010 ganz aktuell redigierte Fassung dieses Aufsatzes zu lesen.

 

In Zeiten, in denen vermehrt von Erbkrankheiten bei fast allen Hunderassen zu hören ist, ist es von besonderer Bedeutung, dass sich Populationsgenetiker Gedanken machen und mit ihren Aufsätzen die Menschen aufklären und auch sensibilisieren.

 

.Zitat::

"...Jetzt allerdings sieht es so aus, dass nach einer französischen Erhebung

20 % aller Rassehunde erbliche Defekte aufweisen, eine alarmierende Situation!..." 

 

Dr. Wachtel listet verschiedene Maßnahmen - wie zum Beispiel eine Begrenzung der Deckeinsätze von Zuchtrüden auf, die zu einer Gesundung der Hunderassen beitragen würden.  

 

Auch das Kreuzen verschiedener Haar- oder Farbvarianten innerhalb einer Rasse könnte einen Ausweg vor der genetischen Verarmung eröffnen.   

Es werden sieben Punkte genannt, bis hin zu der fast als Tabubruch anmutenden Möglichkeit, in speziellen Fällen auch der Rasse ähnlich sehende Hunde ohne Stammbaum zur Zucht einzusetzen.  

 

Bei all dem sieht  Dr. Wachtel eine erfolgreiche Wende in der Hundezucht als möglich an.

 

Zitat:

"...Bei - rechtzeitiger und konsequenter - Anwendung der geschilderten Maßnahmen, die gewiss ein großes Maß an Umdenken bedeuten, würden jedoch - außer in sehr kritischen Fällen - Erbgesundheitsprobleme wieder bedeutungslos werden!.."

 

Wenn der normale Hundefreund sich wünscht, dass bei Hundeausstellungen besonders auch gesundheitliche Kriterien über die Verleihung eines Championtitels entscheiden,  geht Dr. Wachtel einen Schritt weiter, er schreibt:              

 

"...Wenn dann einmal Heterozygotie eine Voraussetzung zur Zulassung bei Ausstellungen wäre, dann bräuchte man für die Zukunft des Rassehundes - in dieser Hinsicht jedenfalls - nicht mehr zu fürchten, wenn also Hundezucht generell wie in alten Zeiten "Biohundezucht" bedeuten würde..."

 

Am Ende seines Aufsatzes macht Dr. Wachtel auf die moralische Verantwortung des Züchters aufmerksam.  

(Und ich meine auch auf die Verantwortung der Welpenkäufer, die bestimmte "Zuchtprodukte" nachfragen.)

 

"...denn eine Hunderasse ist ein Gemeingut, das ein Züchter sozusagen treuhändig für seine Ziele benützt, und möglichst in gleicher Qualität an die Nachwelt vermitteln müsste."

 

Ein sehr interessanter Aufsatz, den jeder Hundefreund lesen sollte.  

Nicht zuletzt, weil er als potentieller Welpenkäufer dies Hintergrundwissen braucht, um gezielt nachzufragen und damit auch Einfluss zu nehmen.

 

http://dortmunder-appell.de/Biohund.htm