Zuchthuendin
...links liegt Jasper
In Hundebüchern, Hundezeitschriften, in Internetforen... immer und überall werden Welpeninteressenten auf die verschiedensten Punkte hingewiesen, auf die bei einem Züchterbesuch geachtet werden sollte.
Meist wird hierbei auch der Rat gegeben, sich alle Hunde, die bei dem Züchter leben, genau anzusehen und zu beobachten, wie die Hunde miteinander, aber auch mit der Züchterfamilie umgehen.
So wie der Züchter sich auf das "Urteil" seiner Hunde verlassen kann, die ihm zum Teil ganz genau zeigen, ob die Besucher geeignete Hundemenschen sein könnten, so werden auf der anderen Seite die Welpeninteressenten vielleicht feststellen können, ob der Züchter tatsächlich immer freundlich und herzlich mit seinen Hunden umgeht und diese ihm darum voller Vertrauen begegnen.
Als positives Beispiel wird in diesem Zusammenhang oft hervorgehoben, wenn der Züchter voller Stolz seine alten Hunde vorstellt und vielleicht auch gleich beschreibt, ob und in welchem Verwandtschaftsverhältnis die alten Hunde zu den Welpen stehen.
Trotzdem kann man erleben, dass es Züchter gibt, die sich von einer Hündin trennen wollen, sobald diese nicht mehr in der Zucht eingesetzt wird. Es wird sicher Einzelfälle geben, bei denen diese Entscheidung - so traurig sie ist - im Interesse der Hündin getroffen wird.
Wenn jedoch in der Abgabe "ausgedienter Zuchthündinnen" ein System besteht, kann es einen Hundefreund nur entsetzen und traurig machen.Bei dem Argument, dass die Hündin nach den Jahren als Mutter nun ein schönes Leben als Einzelhund genießen soll, drängt sich die Frage auf, war denn das bisherige Leben bei dem Züchter nicht schön? Und... warum kann die Hündin DAS nicht auch weiter genießen ohne Welpen auf die Welt zu bringen?
Man könnte auf den traurigen Gedanken kommen, dass die Hündin ohne Welpen nicht mehr zu ihrem Lebensunterhalt beitragen kann, und der allerletzte finanzielle Profit, den der Züchter "aus" dieser Hündin erzielen kann, in dem Verkauf der Hündin selber liegt.
Jeder Hundemensch, der seinen Hund als Familienmitglied sieht und achtet, wird dies ein ganzes Hundeleben lang tun. Er wird nicht auf die Idee kommen, seinen älteren Hund "abzuschieben", nur weil er nicht mehr der junge, lustige und vielleicht nicht mehr der schöne Hund von früher ist.
Sicher wird es auch hier Ausnahmen geben, das sind dann sicher die, die auch sonst kein Problem darin sehen und ohne Skrupel auf die Idee kommen, ein "ausgedientes" Familienmitglied gegen ein anderes, neues, jüngeres oder schöneres auszutauschen.
In jedem Leben können unerwartete Ereignisse eintreten, die zu solchen Entscheidungen führen, aber wenn sie planvoll immer und immer wiederholt werden?
Wenn eine Zuchthündin "außer Dienst" erst anfangen soll, das Leben zu genießen... war dann nicht vorher etwas falsch? Ein Züchter der MIT seinen Hunden SO lebt, wie ich es mir wünsche und vorstelle, der wird es wohl nur wenn es gar nicht anders geht übers Herz bringen, seinen Hund nach Jahren abzugeben.