Halber Hund

© Rena V. Gellert

 

 

An anderer Stelle habe ich schon geschrieben, wie "seltsam" es für mich klingt, wenn man davon spricht, dass man sich einen Hund kauft.  Weil der Hund ein Lebewesen ist - in meinen Augen ein ganz besonderes - und keine Ware, sind diese geschäftsmäßigen Begriffe nach meinem Sprachgefühl nicht angemessen.

 

Wenn mir also - gegen Geldzahlung - ein Züchter einen Hund anvertraut, "gehört" dieser Hund mir. Ich würde lieber sagen: er gehört zu mir!

 

Ein ähnliches Sprachempfinden ist mir schon positiv in manchen Tierarztpraxen aufgefallen, wenn bewusst von Tierhaltern und nicht von Tierbesitzern gesprochen wird.

 

Mit dem Hund habe ich die Verantwortung für ihn und sein Verhalten übernommen,dies gilt im juristischen Sinn, aber auch im Sinne des Eingehens einer moralischen Verpflichtung. Ich trage das gerne, weil der Hund Familienmitglied und Freund für mich ist. 

 

Es gibt Verträge, die zwischen Züchter und Welpenkäufer ausgehandelt werden. In ihnen wird zum Beispiel festgelegt, dass bei einer eventuell erforderlichen Abgabe des Hundes der Züchter eine Art Vorkaufsrecht erhält oder informiert werden muss, bei wem der Hund in Zukunft leben wird, hierbei vielleicht auch ein Mitspracherecht erhält. Selbst wenn der Züchter den Hund nicht wieder übernehmen sollte, hat er doch hierdurch die Gewissheit, den Hund nicht "aus den Augen" zu verlieren.

 

In anderen Verträgen wird vielleicht festgelegt, dass der Hund bei Ausstellungen vorgeführt werden oder - für eine näher zu bestimmende Wurfzahl - als Zuchthündin oder Deckrüde zur Verfügung gestellt werden soll. Zuchtmiete nennt man das in Züchterkreisen. Es gibt auch Verträge, mit denen der Kauf eines "halben Hundes" geregelt wird, die eine Hälfte gehört dann dem Züchter und die andere Hälfte dem Welpenkäufer. Auch die Variante, dass mehrere Züchter einen Hund "anteilig"erwerben, lässt sich finden.

 

Weil ich - wer sich auf diesen Seiten umgesehen hat, wird nicht überrascht sein- keinerlei Interesse an Ausstellungen und auch keine Ambitionen zu züchten habe, habe ich mich nicht weiter über mögliche Details solcher Verträge informiert, kann mir nur denken, dass sie wohl viele, viele Klauseln beinhalten werden.  

 

Verträge, die sich auf den traurigen Fall einer erforderlich werdenden Abgabe des Hundes beziehen, habe ich gern unterschrieben, sie bedeuten sowohl für den Züchter als auch für mich im Interesse des Hundes eine Sicherheit.

 

Man kann mir vorhalten, dass meine Jungs für mich ein "Kinderersatz" sind. Das mag sogar zutreffen und, um dieses Klischee weiter zu bedienen... für meine Hunde möchte ich das "alleinige Sorgerecht".