Zuechter-Freunde
© Rena V. Gellert Frido und Molly
In den "vor-Internet-Zeiten" wusste ein normaler Hundeliebhaber nicht viel über Züchter. Er hatte vielleicht Gespräche mit einigen wenigen, die er zum Beispiel bei einer Hundeausstellung kennen gelernt oder die er auf der Suche nach einem Welpen angerufen und anschließend besucht hatte, ansonsten war er aber - ohne die heute jedem offen stehenden Informationen - völlig ahnungslos.
Schon damals allerdings konnte der normale Hundeliebhaber etwas irritiert feststellen, dass nicht alle Züchter sich untereinander mögen - vorsichtig ausgedrückt ;-) - und manche dies dem ahnungslos Anrufenden auch ungefragt und ohne viel Umschweife erzählen, ihm sozusagen - als "vorsichtige" Warnung formuliert - mit auf den Weg geben.
Dass einige Züchter, die in unterschiedlichen Vereinen und Verbänden organisiert sind, nicht viel Gutes übereinander erzählen werden, besonders wenn die einen sich allein durch die Zugehörigkeit zu ihrem Verband als die einzig verantwortungsbewussten und guten Züchter fühlen, dürfte auch den Laien dabei wirklich nicht überraschen. Dass aber manche Züchter keinerlei Scheu haben, aus dem "Nähkästchen" zu plaudern und dem doch Unbekannten am Telefon Schauergeschichten oder zumindest unsympathisch erscheinende Details über einen Vereinskollegen "anzuvertrauen", kommt dann doch recht unerwartet.
Ich persönlich habe einmal bei einem langen und sehr freundlichen Telefongespräch mit einer Person einer Welpenvermittlungsstelle den Hinweis bekommen, dass einem Berufstätigen von dieser Person kein Hund anvertraut würde.
Sofort hatte diese Person aber den Namen des Züchters XYZ parat, der nicht solche (oder keine, wenigstens dann aber wohl geringere) Anforderungen stellt und bei dem ich es ohne Probleme probieren könne und dort sicher jederzeit einen Hund bekommen würde. Allerdings sollte ich doch bitte nicht(!) erwähnen, dass dieser Satz gesagt worden ist.
Ich habe mich damals gar nicht darüber geärgert, dass die Person mir keinerlei Chance gegeben hatte, ihr zu erklären, WIE ich es seit Jahren schon manage, meine Berufstätigkeit und die Hundehaltung so miteinander zu vereinbaren, dass der Hund sicher nicht darunter zu leiden hat. Dafür war ich viel zu sehr beschäftigt mit der Überlegung, ob mein Gesprächspartner diese hohen Anforderungen tatsächlich nur für seine eigenen Hunde haben sollte, und mit anderen Hunden ruhig DAS passieren kann, was er für seine Hunde kategorisch ausschließt.
Ansonsten kann man häufiger von Welpeninteressenten, die von ihren aktuellen Erlebnissen bei der Welpensuche berichten, die verschiedensten Beispiele hören, nach denen einzelne Züchter teilweise ihr eigenes Handeln positiv hervorheben und quasi beiläufig den Namen eines anderen Züchters nennen - nur beispielhaft natürlich -, weil er dies und jenes völlig anders (und damit dann wohl schlechter) macht.
Auch sonst haben Züchter manchmal kein großes Problem, ihre Meinung über einen Züchter-Kollegen kund zu tun.
Häufig auch ohne Namensnennung - vor allem in Internetforen, weil dies sehr schnell vor Gericht enden könnte -, allerdings die Andeutung, dass man damals von einem Züchter XYZ des eigenen Vereins keinen Hund bekommen habe, inzwischen allerdings wegen seines eigenen - inzwischen größeren - Wissens über Gesundheitsfragen froh darüber sei, lässt auch ohne einen genannten Namen schon tief blicken.
Sicher fallen Aussagen dieser Art nicht gerade unter das, was man sich allgemein unter einer "vertrauensbildenden Maßnahme" für einen Zuchtverein vorstellt.
ABER - und das musste jetzt "groß" kommen ;-)- der vorher Ahnungslose hat mit diesen Informationen zumindest einen "Hauch von Ahnung" gewonnen, die ihn kritisch aufhorchen lässt für seine weitere Suche. So gesehen hat dieses "Gerede", das meist wohl geschieht, um den anderen schlechter als sich selber aussehen zu lassen, dann doch noch etwas Gutes!
Es gibt aber auch Situationen, in denen ein Vereinsmitglied Informationen an die Öffentlichkeit bringt, weil es denkt, dass sich nur durch den Druck der Öffentlichkeit "etwas" ändern wird. Das war zum Beispiel bei dem BBC-Film "Pedigree Dogs exposed" und der Aussage von Mrs Margaret Carter zu erleben: http://www.dogmagazine.net/archives/976/why-i-spoke-out-about-cavaliers-by-margaret-carter/